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Ausgabe 3/2008:

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landeskongress

landeskongress Zeitarbeit ist eine Erfolgsbranche landeskongress Grünes Licht für Zeitarbeit im Norden Unter dem Motto „Grünes Licht für Zeitarbeit im Norden“ debattierten Staatsrat Dr. Joachim Schuster, Hans-Uwe Stern (Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bremen), Rechtsanwalt Cornelius Neumann- Redlin, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände in Bremen, Joachim Duhnenkamp (Arbeitnehmerkammer Bremen), FDP-Generalsekretär Dirk Niebel, Jörg Weigand (IG Metall-Vorstand Frankfurt) und iGZ-Bundesvorstandsmitglied Bettina Schiller im Rahmen des ersten iGZ-Nordkongresses über das Thema Zeitarbeit. Zeitarbeit ist Beschäftigungsmotor Nummer 1 auf dem Arbeitsmarkt und darf deshalb nicht zum Buhmann der Nation diskreditiert werden. „Sie lebt vom Einstellen und Weiterbeschäftigen, nicht vom Entlassen der Mitarbeiter“, unterstrich Bettina Schiller, Landesbeauftragte Bremen und Mitglied des Bundesvorstandes des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen zum Auftakt des erstmals durchgeführten Nordkongresses in Bremen. Gastredner Dirk Niebel, Generalsekretär der FDP, betonte vor rund 300 Zuhörern, die Leistungen der Zeitarbeitsbranche seien beachtlich. Auf rund 300 interessierte Teilnehmer aus der Branche, Politik und Gewerkschaften wartete im Maritim-Hotel ein überaus abwechslungsreiches Tagungsprogramm rund ums Thema Zeitarbeit. Zu Beginn präsentierte Bettina Schiller ein Branchenbild, das insbesondere die großartigen Erfolge der Zeitarbeit in den vergangenen Jahren hervorhob und vor einer pauschalen Diskreditierung warnte. Interessante Fakten lieferte Michael Weber-Blank, Fachanwalt für Steuerrecht, mit seinem Vortrag über die Prüfungspraxis der Finanzverwaltung. Nicht minder informativ gerieten die Beiträge von Andrea Brück-Klingberg, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Agentur für Arbeit, zur Zeitarbeit in Norddeutschland – Struktur und Entwicklung sowie die Präsentation einer exklusiv für den iGZ erstellten Emnid- Untersuchung zum Thema „Die Zeitarbeitsbranche im Spiegelbild der Kundenunternehmen“, die Klaus-Peter Schöppner, Geschäftsführer TNS Emnid, vorstellte. „Die Zeitarbeitsbranche ist ein Frühindikator, was die wirtschaftliche Entwicklung betrifft. Die Leistung der Branche ist beachtlich“, stellte Gastredner Dirk Niebel, Generalsekretär der FDP, anerkennend fest. Das Arbeitsrecht in Deutschland hingegen sei völlig verkrustet, wenn es um den Wechsel des Arbeitsplatzes gehe. „Wegen arbeitsrechtlicher Vorschriften in Deutschland sind Unternehmen bei Einstellungen oft zurückhaltend. Chancen müssen erhöht und verbessert werden, den Arbeitsplatz zu erhalten und den Einstieg zu erleichtern“, forderte Niebel. Nach einem Grußwort von Dr. Joachim Schuster, Staatsrat, im Senat für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales in Bremen, diskutierten die Tagungsteilnehmer mit den iGZ-Landesbeauftragten Hannelore Rabe (Berlin), Frauke Schacht (Niedersachsen), Angelo Wehrli (Hamburg) sowie mit dem iGZ-Bundesvorsitzenden Olaf Richter und den iGZ-Vorstandsmitgliedern Bettina Schiller und Jürgen Nodop unter anderem über künftige Qualifizierungsmöglichkeiten von Personaldienstleistern und die Positionierung hinsichtlich der Gewerkschaften. Neumann-Redlin verdeutlichte, die Zeitarbeit sei ein Jobmotor ohnegleichen und kritisierte das extrem starre Arbeitsrecht. Niebel bestätigte, ein Mehr an Flexibilität führe auch zu einem Mehr an Chancen. Neumann-Redlin betonte: Die Branche brauche auf keinen Fall zusätzliche Regulierungen: „Gerade die Zeitarbeit ist eine Erfolgsbranche, die genau das nicht braucht. Es werden Arbeitsplätze und ideale Startbedingungen ins Berufsleben geschaffen.“ Jörg Weigand sah eine Notwendigkeit weiterer Regulierungen. Als Beispiel nannte er Nokia mit 900 Leiharbeitern. Die Zeitarbeitnehmer konnten von Nokia bei der Schließung des Standortes Deutschland nicht aufgefangen werden. „Die Zeitarbeitnehmer wurden alle freigesetzt, und sämtliche Nokiamitarbeiter wurden arbeitslos.“ Die Zeitarbeitnehmer dagegen wurden in anderer Arbeit weiterbeschäftigt“, setzte Bettina Schiller unter dem Beifall des Auditoriums dagegen. Auch mit der Tarifarbeit zeigte sich Weigand nicht zufrieden: „Das Gekasper mit dem Unterbietungswettbewerb besonders im Helferbereich muss aufhören, wir müssen jetzt eine klare Linie ziehen“, forderte er. Der Moderator, Wirtschaftsredakteur Reinhard Wirtz, warnte, eine Schwarz-Weiß-Kampagne wäre intellektuell armselig wenn es nur darum ginge, Leiharbeit gut oder schlecht darzustellen. Es stelle sich die Frage, wie der Dialog so organisiert werden könne, dass dabei etwas Sinnvolles zustande komme. Weigand beschwichtigte, die IG Metall sehe durchaus alle Seiten und an dieser Stelle zolle er auch einmal besonders den Personaldisponenten für deren Leistung Respekt. Hans-Uwe Stern richtete den Blick auf den Stellenwert der Branche hinsichtlich der Vermittlung und verdeutlichte, die Zeitarbeit sei ein sehr wichtiger Faktor in der Arbeitsmarktpolitik, um Menschen wieder in die Arbeit zu bringen. Wie entwickelt sich die Zeitarbeitsbranche in den nächsten zwei bis drei Jahren?“ wollte Wirtz abschließend wissen: Joachim Duhnenkamp nannte das Entwickeln von Lösungsstrategien als Gebot der Stunde. Dr. Schuster appellierte, Positives weiter herausarbeiten und Negatives zu verhindern. Cornelius Neumann-Redlin prognostizierte, dass sich angesichts der kommenden Bundestagswahl alle Politiker für Lösungen anstrengen werden – Dirk Niebel sah das Thema als größte Herausforderung. Die Regierung habe die gute Entwicklung genossen, aber nicht genutzt. Das könne sehr schnell verloren gehen und ein höheres Maß an Regulierung erzeugen. Hans-Uwe Stern betonte, Zeitarbeit müsse auch in Zukunft durch positive Beispiele überzeugen. Bettina Schiller kündigte an: „Wir werden weiterhin als Branche und als iGZ wie bisher gute Arbeit leisten und versuchen, dass die Öffentlichkeit das auch wahrnimmt.“ Jörg Weigand wünschte „mehr Zusammenarbeit zwischen den Verbänden iGZ/ BZA und Gewerkschaften, mehr konstruktive Lösungen und alsbald den Tarif-Mindestlohn für die Zeitarbeit“. Ein Mehr an Flexibilität führt auch zu einem Mehr an Chancen: „Grünes Licht für Zeitarbeit im Norden“ hieß das Motto des Kongresses in Bremen. Das Thema Zeitarbeit stand im Mittelpunkt einer lebhaften Podiumsdiskussion am Nachmittag. 6 7

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