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Ausgabe 2/2011

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AM START:

AM START: PERSONALDIENSTLEISTUNGSKAUFLEUTE In Erinnerung bleiben werden etlichen jungen Menschen die Monate Mai und Juni 2011: In dieser Zeit haben sie als erste Ausbildungs-Generation nach drei Jahren ihren Berufsabschluss als Personaldienstleistungskaufleute geschafft. Gleichzeitig ist mit diesem Datum für die Branche der Personaldienstleister eine neue Ära angebrochen, denn jetzt arbeiten hier voll ausgebildete PDK. Damit hat die Branche geschafft, was noch vor drei Jahren ein Experiment war. 2008 ins Leben gerufen, wurden hohe Erwartungen an die Berufsausbildung zum / r Personaldienstleistungskaufmann / -kauffrau gestellt. Eine anspruchsvolle Ausbildungs- und Prüfungsordnung mussten Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen lebendig werden lassen. Die betrieblichen Ausbilder und Berufsschullehrer leisteten in den ersten drei Jahren sehr viel Aufbauarbeit, für die es kaum Vorbilder gab. Auch die Auszubildenden selbst als Pioniere ihres neuen Berufsstandes haben viel Eigenengagement, Geduld und Lernbereitschaft gezeigt, um sich am Ende der Abschlussprüfung stellen zu können. Fast 3.000 PDK-Auszubildende nahmen die Personaldienstleister in den ersten drei PDK- Jahren auf – eine Rekordleistung im Vergleich aller neuen Ausbildungsgänge. Die „Verkürzer“ konnten schon im vergangenen Jahr ihre druckfrischen Arbeitsverträge unterzeichnen. In diesem Sommer werden einige hundert Personaldienstleistungskaufleute übernommen bzw. neu eingestellt und nehmen ihre qualitätsorientierte Arbeit auf. Auch dabei ist Neuorientierung Praxistag-Leiter Martin Gehrke und Rainer Moitz gratulieren der 100. Teilnehmerin der iGZ-Praxistage, Katja Patzak, aus der Hoffmann Personaldienstleistungen GmbH mit zwei Büchern zur PDK-Ausbildung. pdk notwendig. Durchliefen die Auszubildenden in aller Regel die unterschiedlichen Geschäftsbereiche im Ausbildungsbetrieb, gilt es nun Entscheidungen zu treffen – von den Absolventen genauso wie von ihren Chefs. Wer hat sich im Laufe der Ausbildung besonders vertriebsstark gezeigt? Wer hat besonderes Talent im Recruiting und in der Mitarbeiterführung? Wer eignet sich am besten für die verantwortungsvollen Aufgaben in der Personalverwaltung? Wer ist sowohl von seinen Fachkenntnissen als auch von seiner Persönlichkeitsentwicklung reif für die Vorbereitung zum betrieblichen Vorgesetzten in der Zeitarbeit? Einhellig bescheinigen die Auszubildenden dem neuen Beruf vor allem eines: Seine Vielseitigkeit und der hautnahe Umgang mit vielen Menschen machen ihn besonders attraktiv. Auch deshalb zeigen die neuen PDK-Ausbildungsgänge wieder einen kräftigen Zustrom. Doch der Bedarf ist nach wie vor noch größer: Viele ausbildungswillige Betriebe berichten, dass die Gewinnung neuer Azubis nicht leichter wird. Im Gegenteil: Die hohen Anforderungen des Ausbildungsganges erfüllt nicht jede / r Bewerber / in. Andererseits werfen einige während der Ausbildung aus den verschiedensten Gründen das Handtuch. Nach ersten Erfahrungen musste etwa einer von fünf Ausbildungsverträgen vorzeitig gelöst werden. Nachhaltigkeit der Ausbildung ist deshalb ein großes Thema der nächsten Jahre. Ans Handtuchwerfen haben Esmeralda Sarajlic und Christian Moskwa keine Sekunde gedacht. Beide PDK werden von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen und sehen sich auch langfristig in der Personaldienstleistungsbranche – genauso wie rund 80 Prozent ihrer Mitschüler /-innen am Hansa-Berufskolleg in Münster. Die beiden Absolventen streben an, ihre Arbeit im Vertrieb auszubauen. Zwar mussten die beiden PDK bei Ausbildungsbeginn mit Vorurteilen gegenüber Zeitarbeit kämpfen, ihre Betriebe haben ihnen aber vermittelt, wie faire Zeitarbeit funktionieren kann. Dadurch haben Sarajlic und Moskwa ein sicheres Standing gegenüber Kritikern bekommen und trainiert, mit Kontrapositionen umzugehen. Auf die Frage ob die PDK-Ausbildung ihre Persönlichkeitsentwicklung beeinflusst hat, antworten die beiden PDK unterschiedlich. Während der 27-jährige Moskwa schon vor seiner Ausbildung drei Jahre lang in der Branche gearbeitet und viel Erfahrung hatte, war es für die damals 18-jährige Esmeralda Sarajlic ein Sprung in eine andere Welt. Rückblickend hat sie durch den täglichen Kontakt zu ganz unterschiedlichen Menschen viel Selbstsicherheit gewonnen. Beide PDK sehen sich heute für nahezu alle Tätigkeitsfelder der Personaldienstleistungen qualifiziert. „Ich würde mir zutrauen, fast alle Bereiche in unserem Unternehmen zu vertreten“, erläutert Sarajlic und schiebt hinterher „außer Lohnbuchhaltung vielleicht – das ist schon etwas ganz anderes.“ Durch die PDK-Ausbildung haben beide Azubis gelernt, soziale Verantwortung zu übernehmen: „Bei uns geht es um menschliche Schicksale, das sollte man immer im Hinterkopf haben“, , betont Christian Moskwa. Bei der Frage wie die beiden ihre Ausbildungszeit beurteilen zögern sie. „In Schulnoten?“ fragen sie zurück. Ihren Betrieben geben sie eine glatte Eins, weil sie dort nicht nur sehr viel gelernt haben, sondern auch, weil sie in ihren Unternehmen gerechte und ehrliche Zeitarbeit praktizieren konnten. Bei der Bewertung des Schulunterrichtes sind Sarajlic und Moskwa geteilter Meinung: „Schwierig war, dass wir keine Schulbücher hatten und sehr viel Internetrecherche betreiben mussten. Außerdem war nicht nur uns, sondern auch unseren Lehrern zu Beginn vieles unklar. Wenn man berücksichtigt, dass man bei einem völlig neuen Berufsbild immer mit Anfangsproblemen rechnen muss, würden wir dem Unterricht aber eine Zwei geben.“ Für junge Menschen, die vor der Entscheidung stehen, ob eine PDK-Ausbildung das Richtige für sie ist, haben die beiden folgenden Rat: „Die Person sollte sich auf jeden Fall darüber im Klaren sein, dass sehr vielseitige Aufgaben auf sie zukommen, die Organisationstalent erfordern“, so Christian Moskwa. Und Esmeralda Sarajlic ergänzt: „Kommunikativ muss man sein und mit unterschiedlichen Menschentypen zurechtkommen. Für ‚Mauerblümchen‘ ist der Beruf nichts.“ Auszubildende und auch die Ausbildungsbetriebe tun deshalb gut daran, sich frühzeitig über die verschiedenen Anforderungen zu informieren. Inzwischen gibt es jedoch zahlreiche Hilfen für die Ausbildung. Erfahrungen mit den Ausbildungsrahmenplänen sowie mit Zwischen- und Abschlussprüfungen liegen nun vor und fließen in die Angebote ein. iGZ- Vorstandsmitglied Martin Gehrke, der für den Verband im Zentralen Prüfungsausschuss mitwirkt, lobt das hohe Niveau der Ausbildung: „Bereits die ersten Abschlussprüfungen im letzten Jahr haben bewiesen, dass die PDK-Ausbildung sich mit anderen hochwertigen kaufmännischen Berufsausbildungen messen lassen kann. Der Anteil der erfolgreichen Abschlüsse ist außerordentlich groß.“ Sehr beliebt sind die iGZ-Praxistage: Mittlerweile haben bereits über 100 PDK-Azubis teilgenommen. Zwei Bücher für die Ausbildung sind bereits auf dem Markt. Und schließlich hat auch der iGZ ein reichhaltiges Unterstützungsangebot für alle Beteiligten im Portfolio. Den frischgebackenen Personaldienstleistungskaufleuten einen herzlichen Glückwunsch und besten Erfolg im neuen Vollzeit-Berufsleben! Rainer Moitz und Dr. Jenny Rohlmann Esmeralda Sarajlic absolvierte ihre Ausbildung beim iGZ-Unternehmen ZeitPlan in Ahaus, Christian Moskwa arbeitet in der Münsteraner Niederlassung des iGZ- Mitgliedsbetriebes jobfriends. Unterstützung für Ausbilder und Azubis: Website: www.alle-achtung.info mit wichtigen Ausbildungsinformationen wie z. B. dem Rahmenlehrplan zum Download und einer Ausbildungsplatzbörse iGZ-Ausbildermappe: Literatur-Tipps, interessante Links, Informationen über die Mitarbeit in Ausbildungsgremien, Hinweise zur Ausbildungsvergütung uvm. iGZ-Erfahrungskreise für Ausbilder und Berufsschullehrer iGZ-Praxistage für PDK- Azubis u.a. zur Prüfungsvorbereitung Vergünstigte iGZ-Seminare für Azubis PDK-Lernplattform: www.pdk-azubi.de Handbuch PDK (2010) zu beziehen unter www.vprm.de Lehrbuch PDK, 1. Teil (2011) zu beziehen unter www.bildungsverlag1.de 6

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