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Ausgabe 2/2011

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ZEITARBEIT SCHWARZ AUF

ZEITARBEIT SCHWARZ AUF WEIß iGZ IM SPIEGEL DER PRESSE presseschau Bettina Schiller Mindestlohnvergleich hinkt In den Medien wird die Zeitarbeit häufig immer noch falsch dargestellt. Wir sind daher ständig damit beschäftigt, die Dinge richtigzustellen und Überzeugungsarbeit bei den Jobsuchenden zu leisten. Die unterste Lohngrenze liegt in den alten Bundesländern inzwischen bei 7,79 Euro pro Stunde. Hinzu kommen tarifliche Schichtzulagen, Sonderzahlungen und sehr häufig auch übertarifliche Leistungen. Der oft gezogene Mindestlohnvergleich mit anderen europäischen Ländern hinkt übrigens. Denn einige Länder in Europa haben zwar einen höheren Mindestlohn, dafür gibt es aber oft keinen Kündigungsschutz, keine Lohnfortzahlung im Krank- heitsfall oder eine Rentenversicherung, so Bettina Schiller, iGZ-Bundesvorstands- mitglied und Landesbeauftragte für Bremen. RA Werner Stolz RA Dr. Martin Dreyer Leidtragende waren Geringqualifizierte Die neue Arbeitnehmerfreizügigkeit ist nicht zuletzt auch eine Chance, sagte iGZ-Geschäftsführer RA Dr. Martin Dreyer: Unsere Branche leidet unter Fachkräftemangel, Fachkräfte werden dringend gesucht. Abzuwarten bleibt allerdings, ob tatsächlich Fachkräfte den Weg nach Deutschland finden werden – oder nicht schon längst in Ländern wie Großbritannien sind, wo die Arbeitnehmerfreizügigkeit bereits 2004 in Kraft getreten war. Der neue Branchenmindestlohn, der vermutlich zum 1. Juli kommen wird, sichert die Löhne nach unten ab. Im Westen Deutschlands wird diese Lohnuntergrenze bei 7,79 Euro pro Stunde liegen, im Osten Deutschlands 6,89 Euro. Zeitarbeit übernimmt Personalauswahl Unter fünf Prozent Zeitarbeit Martin Kannegiesser Heino Klingen Und die Zeitarbeit? 40.000 sind hinzugekommen, der Anteil liegt mit unter 5 Prozent weit unter dem Niveau von vor der Krise. 60 Prozent aller M+E-Unternehmen setzen, nebenbei gesagt, überhaupt keine Zeitarbeit ein. Die Stammbelegschaften wachsen also nicht nur, sie wachsen auch stärker als die Zeitarbeit. Und was sagt die IG Metall? Sie sagt, Zeitarbeit verdränge Stammbelegschaften, reagierte Gesamtmetall- Präsident Martin Kannegiesser auf die IG Metall-Kampagne. Resultat der guten Konjunktur Die Zunahme der Zeitarbeit ist Resultat der guten Konjunktur. Die Zeitarbeit erfüllt damit ihre ureigenste Funktion: Sie ermöglicht es den Unternehmen, auf konjunkturelle Schwankungen rasch reagieren und Auftragsspitzen abarbeiten zu können. Sie gibt ihnen jene Flexibilität, die sie im immer schärferen weltweiten Wettbewerb brauchen“, kommentierte der für Standortpolitik zuständige IHK- Geschäftsführer Heino Klingen die Kritik der saarländischen Arbeitskammer am Zuwachs der Zeitarbeit im Saarland. Dr. Fabian Geyer Öffentlicher Beweis bleibt aus Die zur Zeit geführte öffentliche Kampagne der Gewerkschaften gegen Zeitarbeit begründet sich auf pauschalen und tionalen Äußerungen, erklärte Dr. Fabian Geyer, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands Flensburg-Schleswig-Eckernförde. Sorgfältige Analysen finden sich nicht. So wird kolportiert, dass immer mehr Einstellungen befristet seien und der Einsatz von sogenannten „Leiharbeitnehmern“ ständig zunehme. Ein Beweis dafür bleibt zumindest öffentlich aus. So keimt der Verdacht, dass es nicht um eine Verbesserung einer vorgeblich unmenschlichen Arbeitssituation geht, sondern um schlichte Mitgliederwerbung mit Parolen. Mitarbeiter in der Zeitarbeit sind traditionell seltener in einer Gewerkschaft organisiert, und die Mitgliederverluste der vergangenen Jahre emo- schmerzen. Mittelfristig betrachtet wird die Zeitarbeit von Unternehmen mehr und mehr dazu genutzt, sich schneller und direkter Personal ohne Umweg über den Arbeitsmarkt und Stellenanzeigen bzw. -ausschreibungen zu beschaffen, unterstrich iGZ-Hauptgeschäftsführer RA Werner Stolz. Personalauswahl und -verwaltung werden zunehmend in Richtung Zeitarbeitsunternehmen ausgelagert, was auch Kosten spart. Außerdem ist damit zu rechnen, dass moderne Personaldienstleistung künftig einen besonderen Schwerpunkt im Vermitteln hochqualifizierter Fachkräfte haben wird, die in den Kundenfirmen zeitlich befristet nur für ganz bestimmte Projekte eingesetzt werden. Das Modell des Mitarbeiters, der von der Lehre bis zur Rente beim selben Arbeitgeber tätig ist, hat längst ausgedient. Flexibilität im Aufschwung Der Zuwachs der Beschäftigung geht laut der aktuellen Statistik der Bundesagentur zu einem erheblichen Teil, jedoch keineswegs ausschließlich auf die Leiharbeit zurück, erwirtschaftspolitische Sprecher der CDU Fraktion, Gerhard Günther. Das verbürgt Flexibilität im Aufschwung. Das Ziel muss aber auch klar sein: Entscheidend ist, dass diese Beschäftigungsform eine Brücke in den ersten Arbeitsmarkt ist und nicht für die Mehrzahl der Gerhard Günther Leiharbeiter zur Dauersituation läuterte der wird. Volker Fasbender Stammbelegschaft wird aufgebaut Wir brauchen die Zeitarbeit, um Aufträge bewältigen zu können, von denen noch nicht klar ist, wie dauerhaft und nachhaltig sie sind, unterstrich Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands VhU. Solange die errechnete Planung der Unternehmen noch keine Kontinuität in Aussicht stellt, greift die Industrie erst einmal auf Zeitarbeit zurück. Wenn sich die Entwicklung stabilisiert, wird auch die Stammbelegschaft aufgebaut. So ist in Hessen bis Februar die Zahl der Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie um 6.220 auf 203.000 gestiegen. Hinzu kommen gerade einmal fünf Prozent Zeitarbeitskräfte. Für uns ist die Zeitarbeit in der Branche ein eher randständiges Phänomen. 22 23

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