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Ausgabe 2/2011

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ericht aus berlin IM INTERVIEW MIT iGZ-REGIONALKREISLEITER LUTZ KLEINFELDT Lutz Kleinfeldt iGZ-Regionalkreisleiter ANZEIGE Herr Kleinfeldt, zu dem ersten Landeskongress Ost sind über 300 Mitglieder gekommen. Wie erklären Sie sich den großen Zulauf? Durch die von den Medien erzeugte Brisanz zum Thema Zeitarbeit war natürlich die Erwartungshaltung, nicht nur von Vertretern von Zeitarbeitsunternehmen, sondern auch von vielen anwesenden Gästen, aktuelle Informationen zu erhalten, sehr groß. Der Landeskongress Ost präsentierte sich den Besuchern mit einem vielfältigen Programmablauf und vielen interessanten Vorträgen. Es wurden die aktuellsten Themen der Zeitarbeitsbranche beleuchtet und einige Fragen der Teilnehmer konnten sicherlich beantwortet werden. Auch das breite Aussteller-Angebot trug zu einer regen Teilnahme am Landeskongress bei. Welche Themen beschäftigen speziell hier die Zeitarbeitsunternehmer? Neben der Einführung der Lohnuntergrenze, steht der Fachkräftemangel natürlich auch für uns im Fokus. Die Weiterbildung und Qualifikation unserer Arbeitskräfte muss zukünftig in Form von kurzfristigen Maßnahmen erfolgen, nur so können wir auf dem Markt unsere Stärke, die Flexibilität, gewährleisten. Ein weiteres Thema ist die Frage: Wird es der Branche gelingen nicht nur als Jobmotor in Krisenzeiten anerkannt zu sein, sondern auch in Zeiten des Aufschwungs als sozialgerechter Arbeitgeber anerkannt zu werden. Haben Sie bereits Auswirkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit gespürt? Bisher konnten wir Auswirkungen in unserem Geschäft noch nicht spüren, da auf Grund des Anstiegs der Lohnuntergrenzen Zeitarbeit im Niedriglohnsektor schon in der Vergangenheit uninteressant wurde, siehe Lebensmittelbranche, Bäckerei, Verkauf u.ä. Aber aus dem geschäftlichen Umfeld ist zu erfahren, dass gerade in diesen Betrieben neue Mitarbeiter aus den östlichen EU-Staaten eingesetzt werden. Auch wenn wir als Bundesland Brandenburg durch unsere Nähe zu Polen für eine starke Zuwanderung prädestiniert sind, sehe ich dennoch in der Arbeitnehmerfreizügigkeit mehr eine Chance als einen Nachteil, wenn es uns gelingt die Arbeitskräfte an das Ausbildungsniveau und an die Ausbildungsanforderungen (Zertifikate) der Bundesrepublik heran zu führen. Wo sehen Sie die Vorteile? Wir haben durch die Arbeitnehmerfreizügigkeit nun auch die Möglichkeit Fachkräfte (soweit sie vorhanden sind) aus dem europäischen Ausland bei deutschen Unternehmen einzusetzen, dürfen es jedoch nicht versäumen auch weiterhin unsere Mitarbeiter inner- und überbetrieblich zu Fachkräften auszubilden. Gibt es auch Nachteile durch die Ostöffnung? Durch die Arbeitsmarktöffnung wird natürlich auch die Konkurrenz erweitert, was jedoch nicht unbedingt immer ein Nachteil sein muss. Ein Nachteil ist, dass durch die Ostöffnung Konstrukte möglich sind, die das Arbeitsnehmerüberlassungsgesetz übergehen, insbesondere dann, wenn ausländische Arbeitskräfte im Huckepackverfahren über sogenannte Dienstleistungsunternehmen in Deutschland tätig werden. Wird die Lohnuntergrenze der Branche helfen? Ja, sie wird die Akzeptanz in der Bevölkerung erhöhen. Ein Mindestlohn wäre zur Vermeidung oben genannter Konstrukte aber sinnvoller gewesen. Andererseits ist mit der derzeitigen gesetzlichen Regelung den Gewerkschaften ein ANZEIGE Druckmittel in die Hand gegeben worden, die Zeitarbeitsbranche ohntechnisch in die Höhe zu treiben, denn wenn kein Tarifvertrag existiert, gilt Equal Pay. Welches sind die Zukunftsthemen? Zukunftsthemen sind unter anderem Mitarbeiterakquise, Mitarbeiterqualifikation, der Wegfall des Verbots im Bauhauptgewerbe, sowie die Zeitarbeit zum voll anerkannten Arbeitgeber werden zu lassen. Welche Eigenschaften benötigt ein Zeitarbeitsunternehmer aktuell? Als Zeitarbeitsunternehmer muss man heutzutage ständig auf der Höhe der aktuellen Rechtssprechung sein, damit Veränderungen im AÜG, AEntG und anderen umgesetzt werden können. Die Anforderungen an Flexibilität, Erreichbarkeit, Motivationsfähigkeit der Mitarbeiter sehe ich als selbstverständlich an. Der Zeitarbeitsunternehmer sollte ein offenes Ohr für ALLE seine Mitarbeiter haben, denn schließlich sind sie das Kapital des Unternehmens. Alle sprechen von Fachkräftemangel, wie können Sie ihn in der Branche beheben? Beheben können wir den Mangel nicht, wir können die Auswirkung maximal minimieren. Das heißt, gering qualifizierte Mitarbeiter mit hoher Motivation müssen innerhalb des Anstellungsverhältnisses qualifiziert werden und andere Mitarbeiter oder Bewerber werden nachrücken. Wie oben bereits erwähnt, werden wir eventuelle Zuwanderer aus den neuen EU-Staaten dem deutschen Arbeitsmarkt anpassen müssen und es wird auf der Grundlage bereits jetzt schon in den neuen Bundesländern vorhandener Lohndifferenzen zwischen Mitarbeitern in Fachbetrieben und Mitarbeitern in Zeitarbeitsunternehmen zugunsten letzterer auch dort zum Wechsel in die Zeitarbeitsunternehmen kommen. Andrea Resigkeit E S LANDWEHR DMS scannen - archivieren - finden · professionelles Dokumentenmanagement · kein platzaufwändiges Papierarchiv Echte WEB-Branchenlösung · digitale Personal- und Kundenakte · einfache Bedienung durch direkte Integration in das Hauptprogramm (z. B. LANDWEHR L1) · effektive Archivierung und schnelle Suchfunktion www.es-software.deinfo@es-software.deFon 0521.947170 · schneller, sicherer Zugriff auf das LANDWEHR DMS von jedem Arbeitsplatz www.landwehr-software.de 10 11

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