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Ausgabe 2/2010:

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ZEITARBEIT SCHWARZ AUF

ZEITARBEIT SCHWARZ AUF WEIß iGZ IM SPIEGEL DER PRESSE presseschau Dr. Martin Dreyer Integrationseffekt bis zu 30 Prozent Es ist nicht die Zeitarbeitsbranche selbst, die einen Ansehensverlust herbeiführt, sondern es sind auch die Unternehmen, die mit Zeitarbeit eigentlich gar nichts zu tun haben“, betonte iGZ-Geschäftsführer Dr. Martin Dreyer. Den Missbrauch der Zeitarbeit zu bekämpfen ist ein ganz wichtiges Thema für den iGZ. Rund 60 Prozent der Zeitarbeitskräfte in Nordrhein-Westfalen waren vorher arbeitslos. Daher darf man von einer Integration in den Arbeitsmarkt sprechen. Und ein Brückeneffekt ergibt sich dann, wenn Arbeitnehmer es schafften, in den Arbeitsmarkt außerhalb der Zeitarbeit zu kommen. Von Klebeeffekt ist zu sprechen, wenn Menschen in das Entleihunternehmen kommen, in dem sie vorher schon tätig waren. Man kann sich über den Gesamteffekt streiten, es kommt vor allem darauf an, dass eine gewisse Grundrichtung besteht. Mitarbeiter sollen die Chance haben, auch außerhalb der Zeitarbeit beruflich Fuß zu fassen. Wir meinen, dass der Integrationseffekt je nach Konjunkturlage bei etwa 30 Prozent liegt. Angela Merkel An der Grenze zur Sittenwidrigkeit Ich werde nicht tatenlos zusehen, wenn der ganze Dienstleistungsbereich ein Niedriglohnsektor an der Grenze zur Sittenwidrigkeit wird, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das ist nicht, was wir unter sozialer Marktwirtschaft verstehen. Das gilt etwa für Unternehmen wie die Drogeriekette Schlecker, die die Möglichkeiten der Leiharbeit derart missbrauchen, dass sie einfach die Leute entlassen, in andere Unternehmen umgruppieren und sie mit der Hälfte des Dr. Ralf Brauksiepe Zeitarbeit baut Brücken Gehalts wieder einstellen. Herausforderungen gemeinsam meistern Heutige und künftige Herausforderungen für die Zeitarbeitsbranche sind nur zu meistern in einem vernünftigen Zusammenspiel ohne ideologische Scheuklappen zwischen Gesetzgeber, Tarifpartner und Kundenunternehmen. Nur gemeinsam lassen sich die richtigen Rahmenbedingungen finden, die Holzwege vermeidet und Perspektiven für alle Beteiligten dauerhaft sichert, erklärte RA Werner Stolz, iGZ-Hauptgeschäftsführer. Von rund 40 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland sind gerade einmal 600.000 Zeitarbeiter, das sind 1,5 Prozent, erklärte Dr. Ralf Brauksiepe, Parlamentarischer Staatssekretär. Es ist also falsch, so zu tun, als würde das Phänomen den Arbeitsmarkt in Deutschland prägen. Ein Zeitarbeitsjob ist sicher kein Traumjob, aber er baut Brücken in den ersten Arbeitsmarkt, gerade für diejenigen, die sonst kaum Chancen auf eine Stelle hätten. Für die Unternehmen ist die Zeitarbeit überlebenswichtig. Sie können flexibler auf Nachfragespitzen und entsprechende Produktionsschwankungen reagieren. Das schützt auch die Arbeitsplätze der Stammbelegschaften. Matthias Machnig RA Werner Stolz Mindestlohn kontra Dumpinglöhne Für die Zeit- und Leiharbeitsbranche brauchen wir Tarifverträge und Mindestlöhne, betonte Matthias Machnig, Minister für Wirtschaft, Ar- beit und Technologie in Thüringen. . Über 50 Pro- zent der Neueinstellungen sind inzwischen nur noch Zeitverträge. Das normale Arbeitsverhältnis wird damit außer Kraft gesetzt, mit gesellschaftspolitisch fataler Wirkung. Diejenigen, die in einer solchen Arbeitsform sind, gründen erst später Familien, kriegen später Kinder, bauen keine Häuser mehr. Neben ökonomischen Aspekten muss man diese Fragen im Blick haben. Dabei geht es ja vor allem um Arbeitsplätze auf dem Binnenmarkt. Wenn wir eine andere Lohnentwicklung bekommen, dann können beispielsweise Dienstleistungen auch wieder zu anderen Kosten angeboten werden. Ab 2013 wird in Europa die Arbeitnehmerfreizügigkeit vollständig hergestellt sein. Wenn wir bis dahin keine Mindestlöhne haben, wird das Lohnniveau noch weiter unter Druck geraten. Der Mindestlohn ist also die notwendige Konsequenz, um Dumpinglöhne zu verhindern. Dr. Ursula von der Leyen Missbrauch unterbinden Schnellstmöglich, so Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), , müssen Arbeitgeber und Gewerkschaften den Missbrauch bei der Leiharbeit unterbinden. Andernfalls werde ich gesetzgeberisch handeln. Zudem kann es nicht sein, dass Leiharbeiter dauerhaft schlechter entlohnt werden als festangestellte Arbeitnehmer, die im selben Betrieb dieselbe Arbeit machen. Ich rechne da nicht in Monaten, sondern eher in Wochen. Wenn Arbeitgeber und Gewerkschaften sich einig sind, dass sie in ihrer Branche einen Mindestlohn benötigen, sollte die Politik sie unterstützen. Sollte sich die Zeitarbeitsbranche auf einen Mindestlohn einigen und die Allgemeinverbindlichkeit beantragen, würde ich mich dafür einsetzen. Dr. Monika Stolz Wichtiger Bestandteil des Arbeitsmarktes Die Zeitarbeit hat sich zu einem wichtigen Bestandteil des deutschen Arbeitsmarktes entwickelt. Dabei darf aber das betriebliche Gesundheitsmanagement und der systematische Arbeitsschutz nicht auf der Strecke bleiben, so Arbeitsministerin Dr. Monika Stolz (Baden-Württemberg). Die Zeitarbeit ist zwischenzeitlich ein fester und unverzichtbarer Bestandteil des Arbeitsmarktes geworden. Davon profitieren nicht nur die Unternehmen sondern auch die Beschäftigen. Schließlich ist die Zeitarbeit für viele Arbeitslose eine unverzichtbare Chance um so in die Erwerbstätigkeit zurück zu kehren. So waren 62 Prozent der im ersten Halbjahr 2009 neu eingestellten Zeitarbeitnehmer vorher arbeitslos. Zeitarbeit kann eine Brücke in den Arbeitsmarkt bauen. Zwar wechseln bisher nur 20 bis 25 Prozent von der Zeitarbeitsfirma in die Entleiherfirma oder in ein anderes Beschäftigungsverhältnis. Aber das ist immerhin schon eine gute Grundlage. Frank Bsirske Allgemeinverbindlichkeit beantragen Wir werden jetzt umgehend die Auf na hme der Branche in das Arbeitnehmerentsendegesetz sowie die Allgemeinverbindlichkeit der vereinbarten Mindestlöhne beantragen. Frau von der Leyen sollte ihrer Pflicht als Arbeitsministerin nachkommen und die entsprechende Verordnung rasch auf den Weg bringen, sagte ver.di-Chef Frank Bsirske. Wir fordern darüber hinaus eine Verschärfung der gesetzlichen Bestimmungen für die Branche. Missbrauch der Zeitarbeit nach dem Modell Schlecker darf sich nicht wiederholen. 22 23

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