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Ausgabe 2/2010:

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undeskongress EIN

undeskongress EIN MODERNES LEITBILD FÜR DIE ZEITARBEIT – „FAIR. FLEXIBEL. SICHER.“ „Eigentlich sind die Positionen gar nicht mehr weit voneinander entfernt“, stellte Journalist Gerhard Schröder, Teilnehmer der Podiumsdiskussion auf dem iGZ-Bundeskongress in Bonn, sachlich fest. Lediglich die Wortwahl sei noch recht unterschiedlich, fasste er die Positionen von Politik, Zeitarbeitgebern und Gewerkschaften treffend zusammen. Die Zukunft moderner Zeitarbeit stand am 5. Mai im Fokus nicht nur des Kongresses, sondern eben auch der prominent besetzten Podiumsdiskussion. Neben der temperamentvollen Diskussion bekamen die rund 400 Teilnehmer auch engagierte Vorträge aus den verschiedenen Lagern zu hören. Recht unterschiedlich fiel folgerichtig das Echo der Referenten zum Thema Zeitarbeit aus: Regina Görner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, befasste sich unter dem Stichwort „Fair“ mit der Frage, was denn die Gewerkschaften von guter Zeitarbeit erwarten. Ihre Ansätze zu Fragen wie etwa Equal-pay für Zeitarbeitnehmer fanden beim Publikum angesichts der Wortwahl und teils scharfer Formulierungen weniger freundliches Gehör. Die Journalistin Christiane Feist, Moderatorin des Bundeskongresses, wusste aufkeimendem Unmut jedoch routiniert zu begegnen, so dass die Veranstaltung ebenso professionell weiterlief, wie die Mitgliederversammlung des iGZ am Vormittag. „Zeitarbeit muss teurer werden“ (Zitat Regina Görner, IG Metall) erregte die Gemüter zeitweise. Zu einem klaren „Ja“ zur Zeitarbeit bekannte sich dagegen Dr. Hans Joachim Haß, Leiter der Abteilung Wirtschafts- und Industriepolitik im Bundesverband der Deutschen Industrie. Unter dem Stichwort „Flexibel“ verdeutlichte Dr. Haß, was die Kundenunternehmen von der Zeitarbeit erwarten. Auch er fand mahnende Worte: Wenn ein Mindestlohn erst einmal gesetzlich festgelegt sei, lasse sich das nicht mehr rückgängig machen. Er gab zu bedenken, dass sich Regulierungen im Nachhinein auch als Fehler herausstellen könnten. Ohne Zeitarbeit geht es nicht: MdB Dr. Ralf Brauksiepe, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales zeichnete in seinem Beitrag unter der Überschrift „Sicher. Was erwartet die Bundesregierung von guter Zeitarbeit?“ das Erfolgsmodell Zeitarbeit – insbesondere mit Blick auf die beruflichen Perspektiven für Arbeitslose – nach. Mit Verweis auf den iGZ-DGB-Tarifabschluss unterstrich Brauksiepe, Arbeitnehmer brauchen die Sicherheit fairer Löhne. Mit Blick auf einen Mindestlohn erklärte er, das Bundesarbeitsministerium werde die Aufnahme des tariflichen Mindestlohns ins Entsendegesetz unterstützen, so denn der Antrag der Tarifvertragsparteien gestellt werde. Der Staatssekretär bezog Position für die Bezeichnung „Zeitarbeit“ – laut BGB sei die Leihe einer Sache kostenlos: „Menschen sind keine Sache, und sie können auch nicht kostenlos verliehen werden. Deshalb gibt es nur Zeitarbeiter.“ Warum es eigentlich noch keinen Tarif-Mindestlohn in der Zeitarbeitsbranche gibt, fragte sich Wirtschaftsjournalist Gerhard Schröder in der Podiumsdiskussion. Gemeinsam mit Regina Görner, Prof. Dr. Peter Hanau, Institut für deutsches und europäisches Arbeits- und Sozialrecht, Ingrid Fischbach, (MdB) stellvertretende Vorsitzende der CDU / CSU-Bundestagsfraktion, dem stellvertretenden iGZ-Bundesvorsitzenden Holger Piening und Eric Thode, Bertelsmann-Stiftung, richtete er den Blick auf neue Herausforderungen für die Arbeitsmärkte – Zeitarbeit grenzenlos ab 2011. Dabei rückte Holger Piening das Bild der Zeitarbeit zunächst in ein realistisches Licht – erläuterte an Regina Görner gewandt, wie tägliche Zeitarbeit aussieht und verwahrte sich gegen das negative Bild von Zeitarbeit, das immer wieder an die Wände geworfen werde. Ein Leitbild für die Zukunft der Branche – iGZ- Hauptgeschäftsführer RA Werner Stolz nannte die Bedingungen, wie heutige und künftige Herausforderungen zu meistern sind: Angemessene Entlohnung, berufliche Perspektiven und gute Arbeitsbedingungen seien für einen fairen Lohn und anständigen Wettbewerb in der Zeitarbeitsbranche unabdingbar. Ohne die originäre Funktion der Zeitarbeit als Puffer für Auftragsspitzen in Frage zu stellen, biete sich eine Annäherung der Arbeitsbedingungen in der Zeitarbeit an die Entlohnung und die Arbeitsbedingungen der Kernbelegschaften sowie ein Zuwachs an Bestandssicherheit mit wachsender Verweildauer an, zitierte er die jüngsten Ergebnisse einer Studie der Bertelsmann-Stiftung. Es gelte, sich den Herausforderungen Lohngerechtigkeit, Ausbildung sowie Qualifizierung und Prävention, Arbeitsschutz sowie Gesundheit zu stellen, um der EU-Richtlinie zur Zeitarbeit – „angemessene Schutzniveau sichern“ gerecht zu werden. Die iGZ-Bundesvorsitzende Ariane Durian dankte abschließend Haupt- und Ehrenamt des iGZ für ihren Einsatz und zog zum Abschluss des Bundeskongresses ein positives Fazit. Wolfram Linke 14 15

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