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Ausgabe 2/2009:

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Tipps und Tricks für

Tipps und Tricks für die richtige Bewerbung wettbewerb Alternative für den neuanfang übergangsmanagement Schon lange engagiert sich der iGZ erfolgreich für die Wiedereingliederung ehemals Strafgefangener in den Arbeitsmarkt. Im Rahmen des zweijährigen Projektes ZUBILIS (Zukunft der Bildung im Strafvollzug des Landes Nordrhein-Westfalen) hat der Verband ein Netzwerk zwischen Justizvollzugsanstalten, Nachsorgeeinrichtungen und Arbeitgebern geknüpft, das kontinuierlich ausgebaut wird. Übergangsmanagement heißt seitdem das Stichwort, unter dem der möglichst nahtlose Übergang von der Haftentlassung in einen Arbeitsplatz gefördert wird. Bild oben: Unter Leitung der Landesbeauftragten für Niedersachsen, Frauke Schacht (r.), fand erstmals ein Treffen von Zeitarbeitsunternehmern und Vertretern der JVA Wolfenbüttel statt. Dr. Jenny Rohlmann (r.) berichtete über ihre Erfahrungen mit dem Zubilis-Projekt. Die wichtigste Rolle dabei übernehmen die Arbeitgeber, d.h. Zeitarbeitsunternehmer, die bereit sind, Menschen mit Hafthintergrund eine zweite Chance zu geben. Bisher lag der Schwerpunkt des Übergangsmanagements in Nordrhein-Westfalen, aber dank des Engagements der iGZ-Landesbeauftragten Frauke Schacht wurde das Projekt nach Niedersachsen geholt. Auf ihre Initiative hin trafen sich im April Vertreter von iGZ-Zeitarbeitsunternehmen mit dem stellvertretenden Leiter der Justizvollzugsanstalt (JVA) Wolfenbüttel, Hans-Peter Griepenburg, und weiteren Vertretern der JVA, um die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit im Übergangsmanagement zu prüfen. Die Zeitarbeitsunternehmer erhielten in Wolfenbüttel einen umfassenden Einblick in die vielschichtige Arbeit der Häftlinge. Denn entgegen manchen Vorurteilen sitzen Inhaftierte dort ihre Haft nicht einfach ab, sondern gehen einer qualifizierten Beschäftigung nach. Die JVA Wolfenbüttel blickt mit 73 Prozent nahezu auf eine Vollbeschäftigungsquote, die bei 75 Prozent liegt – der übrige Teil der Häftlinge setzt sich aus Rentnern und Inhaftierten, die zur Arbeit nicht zugelassen werden, zusammen. Rund ein Drittel sind in den Eigenbetrieben tätig – die JVA Wolfenbüttel verfügt unter anderem über eine eigene Druckerei. Insgesamt 40 Prozent, so Griepenburg, arbeiten außerhalb der JVA in Unternehmensbetrieben. Ganz besonders interessierten sich die Zeitarbeitsfirmen für die Qualifizierung der künftigen Haftentlassenen: Nicht jeder, der einen Staplerschein habe, könne auch mit einem Stapler routiniert umgehen. Bernd Hammer-Kindel, Leiter der Geschäftsstelle des Berufsfortbildungswerkes (bfw) des DGB in Hannover, betonte, dass bereits während des Lehrgangs differenziert werde, wer denn nun für das Fahren eine Staplers talentiert sei und wer nicht. Normalerweise, erklärte der Geschäftsstellenleiter, werden die Häftlinge auch anschließend im Logistiksektor entsprechend eingesetzt, um weitere praktische Erfahrungen sammeln zu können. Bevor ein Zeitarbeitsunternehmen jemanden einsetze können zudem vorher, wie sonst auch üblich, Bewerbungsgespräche geführt werden. Breiten Raum nahm die von Frauke Schacht angeregte Debatte um das Thema Datenschutz ein. Das Spiel mit offenen Karten sei bei Haftentlassenen sehr sensibel – allerdings, waren sich die Teilnehmer der Runde einig, mache es wenig Sinn diese Zeit zu verheimlichen, wenn dann beim Bewerbungsprofil eine Lücke im Lebenslauf klaffe. Bislang, das wussten die Zeitarbeitsunternehmen aber auch zu berichten, habe es keine nennenswerten Probleme mit Kundenunternehmen gegeben. Bei einem anschließenden Rundgang durch die Betriebe der JVA konnten sich die Vertreter der Zeitarbeitsunternehmen einen Überblick über die teils hoch qualifizierten Tätigkeiten der JVA- Insassen verschaffen. Für die Zukunft wurde eine Zusammenarbeit vereinbart. Mit fast 1300 Auszubildenden setzte der neue im August 2008 eingeführte Ausbildungsweg zum / zur Personaldienstleistungskaufmann / -kauffrau Maßstäbe. Mit fast 1300 Auszubildenden setzte der neue im August 2008 eingeführte Ausbildungsweg zum/ zur Personaldienstleistungskaufmann/ -kauffrau Maßstäbe. Nicht nur die ausbildenden Zeitarbeitsunternehmen, sondern auch die bundesweit rund 40 Berufsschulen beschritten absolutes Neuland in Theorie und Praxis. Der iGZ engagierte sich seitdem vielfach in allen Aspekten des von den Verbänden iGZ, BZA und AMP initiierten Ausbildungsweges. Neben mehreren – gerne in Anspruch genommenen - Weiterbildungsangeboten für Berufsschullehrer richtete der Interesse4nverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen auch sein Augenmerk intensiv auf die Jugendlichen, die den neuen Ausbildungsweg nun nutzen. Unter anderem wurde eigens eine Kampagne entwickelt, um potentiellen künftigen Personalkaufleuten Tipps und Tricks für die richtige Bewerbung an die Hand zu geben. Um die Bewerbungstipps möglichst ansprechend zu gestalten, veranstaltete der iGZ vorab auf der Messe „EINSTIEG Abi“ in Köln einen kleinen Wettbewerb. Die jugendlichen Besucher waren aufgerufen, sich aus einer Auswahl mehrerer künstlerischer Stile ihren Favoriten auszusuchen. Die Mehrheit entschied sich für eine Pop-Art-Gestaltung, die dann in der Bundesgeschäftsstelle auf Basis von Fotomotiven umgesetzt wurde. Ergebnis: Eine flotte Mischung, die den Jugendlichen anhand der Bilder vermittelt, was sie bei einer Bewerbung unbedingt vermeiden sollten. Auf der Rückseite der Leporellos im Postkartenformat stehen alle wichtigen Fakten und Hinweise, wie eine rundum richtige Bewerbung vom Porträtfoto bis hin zum Lebenslauf auszusehen hat. Natürlich gab es für das Engagement der Wettbewerbsteilnehmer auch ein kleines Dankeschön: Anna Awender und Bastian Hamp, Auszubildende der Firma ARO Personalservice GmbH, zogen die drei Gewinner je eines IPods. Und es galt auch, den Blick für die kommenden Auszubildenden-Generationen nach vorn zu werfen. Um - rechtzeitig vor Beginn des zweiten Ausbildungsjahrgangs - den Schulabgängern und Ausbildungsfirmen Entscheidungshilfen an die Hand geben zu können, hat der iGZ eine Umfrage unter den PDKs durchgeführt. Abgefragt wurden u.a. Alter, Geschlecht und Schulabschluss. Auch nach anderen vorherigen angefangenen und/oder beendeten Ausbildungen wurde gefragt. Über 30 Prozent antworteten. „Ein guter Rücklauf“, freut sich iGZ-Marketingleiterin Dr. Jenny Rohlmann. Recht homogen ist die Altersstruktur der angehenden PDKler. Drei Viertel sind zwischen 20 und 23 Jahre alt. Die Personaldisponenten sind später die Disziplinarvorgesetzen der Zeitarbeitnehmer. Deswegen schätzen es viele Firmen, wenn ihre Azubis gestandene Persönlichkeiten sind. Daher schade es auch nicht, dass einige Bewerber schon eine andere Ausbildung haben: Ein Drittel hatte vorher einen anderen Beruf gelernt. Gefragt ist auch eine gute Schulbildung: Fast die Hälfte hat das Abitur. Aber auch mit Fachoberschulreife und mittlerer Reife bestehen gute Chancen. Beide Geschlechter fanden den neuen Ausbildungsgang attraktiv, wenngleich es einen Überhang an Frauen gibt. 8 9

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