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Ausgabe 2/2007:

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6 | Titelthema

6 | Titelthema Mindestlohn Image Zeitarbeit | 7 WAS SAGT DIE UNION? Tarifvertragsparteien Herren der Lage Seit mehr als einem Jahr macht der iGZ nun schon Dampf in Sachen branchenspezifischer Mindestlohn in der Zeitarbeit. Der stärkste Gegenwind aus Regierungskreisen kam von Teilen der CDU. Mit dem nun erzielten Mindestlohnkompromiss sind die Gegner in der Union über ihren ideologischen Schatten gesprungen. Z direkt! hörte sich in Berlin um. IMAGEPFLEGE IST FLEIßARBEIT „Tue Gutes und rede darüber“ diesen grundlegenden Ratschlag gab der TNS-Emnid-Geschäftsführer Klaus-Peter Schöppner den Besuchern des iGZ-Bundeskongresses nach der Vorstellung der Ergebnisse seiner Studie zum Image der Zeitarbeit (Z direkt! berichtete) mit auf den Weg. Danach haben zwar – und das ist die gute Nachricht - 91 Prozent der Deutschen schon einmal etwas über die Beschäftigungsform Zeitarbeit gehört. Doch der Wermutstropfen folgt sogleich. Denn die Umfrage hat weiter ergeben, dass 40 Prozent der befragten Personen ein negatives Bild von der Zeitarbeit haben. Welchen Weg empfiehlt der Meinungsforscher also der Branche, um das Negativ-Image endlich abzuschütteln? „Jeder Einzelne sollte noch mehr die Pluspunkte der Zeitarbeit in die Öffentlichkeit tragen“. Herr Dr. Brauksiepe: Was spricht aus Ihrer Sicht für bzw. gegen einen allgemeinverbindlichen Mindestlohn in der Zeitarbeit? Richtiger Weise hat sich der Koalitionsausschuss darauf geeinigt, dass die Politik den Branchen nicht vorzuschreiben hat, ob und welcher Mindestlohn für eine Branche gelten soll. Die Union hat immer Wert darauf gelegt, dass die Tarifautonomie Vorrang haben muss. Niemand besser als die Branche selbst kann und soll darüber entscheiden, ob sie einen tarifvertraglichen Mindestlohn will. Am 19. Juni betonten Sie im ZDF, dass die Tarifvertragsparteien selbst entscheiden müssten, ob soziale Verwerfungen in der Branche den Abschluss eines Mindestlohntarifvertrags erfordern. Sollen die Sozialpartner also stärker als bisher in die Pflicht genommen werden? Dr. Ralf Brauksiepe ist seit 1998 Mitglied des Bundestages. Seit 2005 führt der Arbeitsmarktexperte den Vorsitz der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der CDU/CSU-Fraktion. Seit 2002 ist der 40-Jährige stellvertretender Bundesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft Deutschlands. Mein Hinweis auf die Stärkung der Tarifvertragsparteien bezog sich darauf, dass die Koalition die Möglichkeit für die Tarifvertragsparteien verbessern wird, Regelungen zu vereinbaren, die auch für Tarifungebundene gelten. Die Tarifpartner einer Branche werden sich für einen Mindestlohn entscheiden, wenn sie den im Koalitionsvertrag genannten unerwünschten sozialen Verwerfungen durch Entsendearbeitnehmer begegnen will. Mit Blick auf die Mitwirkung der Sozialpartner hat der Koalitionsausschuss konkret vereinbart, dass Branchen mit einer Tarifbindung von mindestens 50 Prozent das Angebot erhalten, in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz aufgenommen zu werden und tarifliche Mindestlöhne zu vereinbaren. Voraussetzung ist ein gemeinsamer Antrag von Tarifvertragsparteien der betreffenden Branche bis zum Stichtag 31. März 2008. Wir werden dann das Gesetzgebungsverfahren zur Aufnahme dieser Branchen unverzüglich einleiten. Mit Bezug auf die Zeitarbeit werden wir dabei die Rahmenbedingungen für eine sachgerechte Entscheidung des Verordnungsgebers hinsichtlich des maßgebenden Tarifvertrages sicherstellen. Was ist der Hintergrund für Zeithorizont bis zum 31. März 2008? Wir möchten den Branchen ausreichend Zeit einräumen, die für eine Aufnahme in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz erforderlichen Tarifvertragsstrukturen anzugehen. Dies dürfte in einigen der interessierten Branchen sicher nicht von heute auf morgen gehen. NACHGEFRAGT bei dem CSU-Fraktionsvorsitzenden im Deutschen Bundestag Dr. Peter Ramsauer Ist es in der großen Koalition konsensfähig, die Zeitarbeit in das Arbeitnehmerentsendegesetz aufzunehmen? „Grundsätzlich können alle Branchen, die die nötigen Bedingungen erfüllen, in das Arbeitnehmerentsendegesetz aufgenommen werden. Sie haben Zeit bis zum 31.März 2008, einen gemeinsamen Antrag zu stellen. Es gilt jedoch das Gebot der Freiwilligkeit. Und es sind gewisse Voraussetzungen zur Aufnahme in das Gesetz zu erfüllen. Ob diese bei der Zeitarbeitsbranche vorliegen werden, kann ich zum derzeitigen Zeitpunkt nicht mit Bestimmtheit sagen. Dies ist auch abhängig von der konkreten Ausgestaltung der gesetzlichen Regelungen des für das zweite Halbjahr geplanten Gesetzesentwurfs“. Schöppners Anknüpfungspunkte zur Imageverbesserung: Tarifverträge Durch die Einführung von Tarifverträgen ist es der Branche gelungen, Zeitarbeit im Bewusstsein der Öffentlichkeit als seriöse Arbeitsmarktchance zu verankern. Denn die Tarifverträge sind transparent und garantieren verlässliche Entgelte, Arbeitszeiten und Sozialleistungen. Zeitarbeit ist permanente Beschäftigung Zeitarbeit bedeutet nicht befristete Beschäftigung, sondern ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis mit wechselnden Arbeitseinsätzen. Doppelte Chance Zeitarbeit bietet im Unterschied zu anderen Beschäftigungsformen eine doppelte Chance für Arbeitnehmer. Auf der einen Seite können sie ihren beruflichen Weg in der Zeitarbeit machen; auf der anderen Seite können sie die Zeitarbeit auch als Sprungbrett für eine Übernahme beim Kundenbetrieb nutzen. Gehaltsdiskussion Immer wieder wird Zeitarbeit mit Lohndumping und Gehaltsnachteilen gegenüber Stammbeschäftigten in Verbindung gebracht. In der öffentlichen Diskussion sollte also betont werden, dass die Tarifverträge verlässliche Entgelte inklusive einsatzbezogener Zulagen garantieren. Flexibles Arbeiten Von der zeitlichen Flexibilität des Arbeitsverhältnisses profitieren nicht nur die Arbeitgeber, sondern auch die Arbeitnehmer, was besonders für diejenigen interessant ist, die sich – etwa aus familiären Gründen - eine berufliche Auszeit nehmen wollen, ohne dafür den Verlust des Arbeitsplatzes in Kauf zu nehmen. Mit Zeitarbeit haben sie darüber hinaus eine Beschäftigungsform gewählt, die wegen des Abwechslungsreichtums Spaß bringt. Keine andere Beschäftigungsform passt überdies so gut wie die Zeitarbeit in unsere moderne Arbeitswelt. Wechselnde auftragsorientierte Projektgruppen bestimmen schon heute die Arbeitsprozesse. Zeitarbeit ist also die Arbeit der Zukunft. Vorzeige-Unternehmer Zeitarbeitsunternehmer sind Vorzeigeunternehmer, die für die Integration ihrer Arbeitnehmer in den Kundenbetrieb Sorge tragen und sich auch darum kümmern, dass sie dort intensiv eingearbeitet werden. Außerdem zahlen Sie ihren Mitarbeitern sozialverträgliche und angemessene Gehälter. Zeitarbeitserfahrung Zeitarbeitnehmer beweisen bei ihren wechselnden Einsätzen ein Höchstmaß an Flexibilität, Lernbereitschaft und sozialer Kompetenz. Zeitarbeitserfahrung ist deshalb ein Qualitätsmerkmal für Arbeitnehmer. Imagebilanz durchwachsen. TNS-Emnid-Geschäftsführer Klaus-Peter Schöppner auf dem iGZ-Bundeskongress Erfahrungen in den Kundenunternehmen Mit Zeitarbeit haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, Einblick in regionale, mittelständische und kleinere Unternehmen zu bekommen, die selbst nicht einstellen können. Zeitarbeit ist der Zukunftsjob Zeitarbeit ist der Zukunftsjob mit Perspektiven für den beruflichen Aufstieg sowohl für intern als auch extern Beschäftigte. Assoziationen zum Thema Zeitarbeit negativie Nennungen geringe Bezahlung Ausbeutung neutrale Nennungen positive Nennungen allgemein negative Bewertung 8 % 13 % 20 % 19 % 31 % 40 % 2/2007 Z direkt!

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