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Ausgabe 2/2007:

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22 | Zeitarbeit schwarz

22 | Zeitarbeit schwarz auf weiß Zeitarbeit schwarz auf weiß | 23 Jacobs: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit mit kleinem Abschlag“ Südwestmetall-Vorsitzender Roell: „Zeitarbeit Einstieg in Beschäftigung“ Kannegiesser: „Zeitarbeit schafft Jobs auf Dauer“ EU-Kommissar Spidla: „Zeitarbeit an sich nicht schlecht“ Seehofer : „Die Zeitarbeit ganz sicher“ Klaus J. Jacobs, Hauptgesellschafter der weltgrößten Zeitarbeitsfirma Adecco will das Lohnniveau seiner Beschäftigten deutlich anheben. In einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern (Ausgabe vom 27.Juni) sagte er: „Ich trete persönlich dafür ein, dass unsere Mitarbeiter in den Unternehmen, in denen sie eingesetzt werden, den gleichen Lohn erhalten wie vergleichbare Festangestellte. „Mehr als zehn Prozent Aufschlag gegenüber dem hausüblichen Lohn etwa wegen der notwendigen Einarbeitungszeit – sei für Zeitarbeitnehmer nicht mehr hinnehmbar. Der 70-jährige hält die Lohnangleichung für durchsetzbar, weil den Unternehmen zunehmend Fachkräfte fehlen: „Das regeln Angebot und Nachfrage ganz allein“. In einem Interview mit der Heilbronner Stimme vom 12. Juli zur Großwetterlage in der Metall- und Elektroindustrie betonte der seit einem Jahr amtierende Südwestmetall-Vorsitzende Jan Stefan Roell die belebende Funktion der Zeitarbeit für den deutschen Arbeitsmarkt. Die Zeitarbeit sei oft das Einstiegstor in eine feste Beschäftigung. Wer Zeitarbeit bekämpfe, zerstöre deshalb die Hoffnung mehrerer hunderttausend Menschen auf einen dauerhaften Arbeitsplatz. „Für die Unternehmen ist Zeitarbeit ein gutes Instrument, das den Unternehmen gerade für die Abarbeitung von Auftragsspitzen die nötige Flexibilität bietet“, so Roell. In einem Gastkommentar für den Rheinischen Merkur vom 28. Juni unter der Überschrift „Wider die Diffamierung der Zeitarbeit“ schildert der Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser die positiven Auswirkungen der Zeitarbeit auf den Arbeitsmarkt und ihre Vorteile für Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie. Für diese habe die Zeitarbeit die ganz besondere Bedeutung, bei anziehenden Aufträgen ohne die Gewissheit einer länger andauernden guten Auslastung Auftragsspitzen abzufangen. „Kritische Einzelfälle, die hochgespielt werden, sind kein Argument gegen die Zeitarbeit. In der ganz überwiegenden Zahl der Fälle funktioniert sie zur Zufriedenheit beider Seiten – für den Unternehmer, der flexibel sein muss und für den Arbeitnehmer, der leichter in Beschäftigung kommt als ohne dieses Instrument. Nicht zuletzt am Ausgang der Debatte um die Zeitarbeit werde sich entscheiden, in welche Richtung unser im Augenblick konjunkturbesonnter Standort marschieren werde. „Wir müssen sehr darauf achten, nicht wieder in den alten Tritt zu fallen, sonst könnte aus der Konjunktursonne schnell wieder ein Klimasturz werden.“ In einem Interview mit der WELT vom 21.Juni sagte der EU-Beschäftigungskommissar Vladimir Spidla: „Zeitarbeit ist nicht an sich schlecht. Nur wenn man die Zeitarbeit als unfaire Konkurrenz für den normalen Arbeiter benutzt, ist das schlecht.“. Auf die Frage, was er von der deutschen Gewerkschaftsforderung „Gleiches Geld für gleiche Arbeit“ halte, antwortete Spidla, dass Zeitarbeitnehmer nicht diskriminiert werden dürften. Wenn jemand gleichzeitig mit einem Festangestellten anfange, und der eine kriege nach drei Monaten 100 Euro mehr und der andere nicht, dann gehe das nicht. „Aber das heißt nicht, dass jemand, der 14 Tage einspringt, nicht weniger bekommen darf“. Das antwortete Verbraucherschutzminister und Landesvorsitzender der Christlich Sozialen Arbeitnehmerschaft Horst Seehofer (CDU) in einem Interview mit der Wirtschaftswoche vom 18.Juni auf die Frage, welche Branchen in das Arbeitnehmerentsendegesetz einbezogen werden sollten. Einen branchenbezogenen Mindestlohn könne er sich durchaus vorstellen. Darüber hinaus halte er die Tarifautonomie für ein hohes Gut. „Arbeitgeber und Gewerkschafter sollten verantwortungsvoll damit umgehen. Das ist die beste Vorsorge gegen staatliche Eingriffe bei der Lohnfindung“, so Seehofer weiter. Einen generellen Mindestlohn, unabhängig von Branchen lehnte er dagegen weiter ab. Dieser könne in einem föderalen System mit vielen Branchen nicht für alle funktionieren. 2/2007 Z direkt!

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