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Ausgabe 2/2007:

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18 | Branchenmarketing

18 | Branchenmarketing Branchenmarketing | 19 DER UNTERSCHIED MACHT’S! Marketing in Zeitarbeitsunternehmen DER RUNDE TISCH: VERBANDSMARKETING „Marketing ist der Motor für dauerhaften Unternehmenserfolg“ von Dr. Jenny Rohlmann, iGZ-Verbandsmarketing Jeder Mensch wird jeden Tag mit Marketingmaßnahmen konfrontiert. Dauernd gibt es neue Ideen für Produkte und Werbemöglichkeiten. Dazu kommen aktuelle Erkenntnisse darüber, wie man seine Zielgruppe noch besser erreicht. Hieß es gestern noch „Come in and find out“ heißt es heute „Douglas macht das Leben schöner“. Grund dafür sind die ewigen Missverständnisse, die im deutschsprachigen Raum mit englischen Slogans auftraten. Soviel zum Produktmarketing. 2/2007 Z direkt! Die Zeitarbeitsbranche fordert aber viel mehr. Hier geht es um die Vermarktung von Dienstleistungen. Und ein sehr viel spezielleres Feld sind die Personal- Dienstleistungen. Zeitarbeitsfirmen stehen vor der Aufgabe etwas zu vermarkten, das nicht greifbar ist. Personal-Dienstleistungen lassen sich nicht im Regal lagern und bei Interesse vorführen. Die Dienstleistung entsteht erst, wenn ein Personaldisponent seinen Kunden berät und wenn ein passender Mitarbeiter im Kundenbetrieb seiner Arbeit nachgeht. Hinzu kommt die Besonderheit, dass menschliche Arbeitskraft vermarktet werden muss – ein sehr sensibles Thema. Personaldienstleister sollten bei ihren Werbemaßnahmen immer im Hinterkopf haben, dass der Mensch im Vordergrund steht. Und Menschen sind nicht programmierbar, sondern verändern sich. Durchaus ein Pfund mit dem Personaldienstleister wuchern können! Sie bringen vielleicht nicht jeden Tag die gleiche Arbeitsleistung, lernen dafür aber und wachsen mit jeder Aufgabe. Zeitarbeitsunternehmer können mit ihrem Leistungskatalog, mit qualifizierten Mitarbeitern und Referenzen von zufriedenen Kunden werben. Schwierig dabei ist es, sich von den rund 6 000 deutschen Wettbewerbern abzuheben und sich klar zu positionieren. Die Zeitarbeitsbranche bietet enormes Potenzial und der Markt, den Unternehmer nutzen können, ist derzeit sehr groß. Das Bild des Personaldienstleisters wandelt sich vom reinen Personalanbieter hin zum strategischen Partner mit Allround-Lösungen. Im Vordergrund steht dabei nicht mehr nur der Preis, sondern vor allem die Qualität der Leistung. Worin besteht das berühmte Alleinstellungsmerkmal? Das herauszufinden gelingt bei so vielen Wettbewerbern nicht immer. Ein Zeitarbeitsunternehmen kann zum Beispiel einen besonders guten Draht zu einem Wirtschaftszweig haben, weil der Geschäftsführer selbst aus der Branche kommt. Das Unternehmen kann Spezialist für bestimmte Berufe sein oder sich in einer Region einen guten Namen machen. Wichtig im Zeitarbeitsmarketing ist es, sich ehrlich ins Bewusstsein zu rufen, was man wirklich kann. Stimmen „Können“ und „Wollen“ überhaupt überein? Ist das nicht der Fall, schlägt sich das Missverhältnis mit großer Wahrscheinlichkeit in der Außendarstellung nieder und schmälert ein überzeugendes Firmenprofil. Weniger ist dabei oft mehr! Praktisch und ansehnlich: das Info- und Werbematerial vom iGZ Verbandsmarketing stellt eine große Herausforderung dar, weil es nicht nur darum geht, ein Produkt bzw. die Verbandsleistungen zu vermarkten. Im Referat Verbandsmarketing laufen die Fäden der internen und externen Kommunikation zusammen. Die interne Beziehung zu den Mitgliedern des iGZ nimmt dabei einen großen Arbeitsbereich ein. Es geht darum, die Mitgliedsfirmen bestmöglich bei ihrem eigenen Unternehmensmarketing zu unterstützen z.B. durch Anzeigen, Infomails, Printmedien und Werbemittel. Andererseits gilt es, den Verband optimal in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Hier spielen nicht nur die klassischen Werbemaßnahmen eine Rolle, sondern auch die intensive Pressearbeit, für die der iGZ ein eigenes Referat eingerichtet hat. iGZ-Seminare zum Thema „Marketing für Zeitarbeitsunternehmen“ finden Sie unter www.ig-zeitarbeit.de in der Rubrik Seminarangebot. In einer Serie stellt Z direkt! die fünf iGZ-Arbeitskreise vor. Teil 2 präsentiert den Arbeitskreis Verbandsmarketing. Z direkt! sprach mit Arbeitskreisleiter Helmut Meyer. Herr Meyer, unterscheidet sich Ihrer Meinung nach das Thema Marketing in unserer Branche von anderen Branchen? Welche Besonderheiten des Marketings sehen Sie für die Personaldienstleistungsbranche? Gibt es spezielle Herausforderungen? Unsere Branche hat sich immer mehr zum „Käufermarkt“ entwickelt. Noch nie in der Geschichte der Zeitarbeit haben die Unternehmen so viele (Zeit-) Arbeitnehmer eingesetzt wie heute. Das ist doch unsere Chance. Da müssen wir uns als Anbieter herausputzen, damit der Käufer auf dem großen Marktplatz der Personaldienstleister zu uns kommt. Erst recht, wenn wir nicht Kostenführer à la Aldi und Co. sein wollen oder können. Das geht am ehesten mit den Mitteln des Marketings, der Werbung und der Öffentlichkeitsarbeit. Unsere spezielle Herausforderung wird dabei sein, auch qualifizierte Arbeitnehmerströme zu uns zu leiten und unseren Markt nicht nur wirtschaftlich wachsen zu lassen, sondern auch strukturell. Wie geht die GeAT AG mit dem Bereich Marketing um? Können andere Zeitarbeitsunternehmen vielleicht von Ihnen lernen? Wir definieren die Zielgruppen und richten unsere Aktionen streng danach aus. Die Arbeit an und mit Multiplikatoren, die uns aktiv empfehlen (was wir auch aktiv fördern) nehmen großen Raum ein. Was man vielleicht von uns lernen kann, ist einfach viel zu probieren, in einem klaren Marketingkonzept, alle Mitarbeiter zu integrieren und: „TUN SOFORT – PERFEKTIONIEREN SPÄ- TER! denn „man muss gedanklich schon da sein, bevor man ankommt.“ Sehen Sie Defizite im öffentlichen Auftritt von Personaldienstleistern? Was könnte man Ihrer Meinung nach besser machen? Es hat einen ungeheuren Marketingschub bei uns Personaldienstleistern gegeben. Wo früher ein Firmenschild versteckt an einer Türe war, ist heute eine große Leuchtwerbung auf dem Dach. Das gilt auch sinnbildlich für die inhaltlichen Marketingauftritte (siehe Präsentationen, Messestände, Anzeigen, Internet, etc.). Dabei ist immer besser, dass man nicht nur bekannt ist, sondern für etwas Positives steht. Haben Sie für unsere Leser einen Tipp parat? Es gibt sicher viele Tipps, aber es hilft nicht weiter, aus der Ferne gute Ratschläge geben zu wollen. Jedes Unternehmen sollte seine eigenen Möglichkeiten ausloten, auf Nachhaltigkeit prüfen und authentisch bleiben. Eine klare unternehmerische Positionierung hilft da sicher weiter. Als regionaler Anbieter bekennen wir Für Mittelstand, der weder mittelmäßig ist, noch stehen bleibt. Nehmen Sie Kontakt auf: TEAMWANDRES Werbeagentur, Münster, Andrea Wilmes, Telefon: 02 51 52 001-16 E-Mail: aw@team-wandres.de Der Diplom- Verwaltungswirt und Bankkaufmann Helmut Meyer ist Vorstandssprecher des thüringischen Personaldienstleisters GeAT AG in Erfurt. Seit September 2005 ist er Mitglied des iGZ-Bundesvorstandes. Meyer engagiert sich zudem als Mitglied der iGZ-Tarifkommission und Leiter des iGZ-Arbeitskreises Verbandsmarketing. uns zum Beispiel klar zum Ziel, die Marktführerschaft in ganz Thüringen zu erringen, auszubauen und zu festigen. Da kann man nicht Kostenführer sein, muss aber den Qualitäts- und Sympathiewettbewerb gewinnen und die Merkmale der Unkopierbarkeit ständig ausbauen. Frei nach der Devise: „Lieber ein großer Fisch in einem kleinen Teich als ein kleiner Fisch in einem großen Teich!“ Wenn Sie Zeitarbeitsmarketing unter ein Motto stellen müssten, wie würde es lauten? Eine Eishockey-Weisheit: „Gehe nicht dorthin, wo der Puk ist, sondern dorthin, wo er sein wird“. ANZEIGE

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