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Ausgabe 2/2006:

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| 4 ccjvhyxcvyxcjvhj Zeitarbeit und Öffentlicher Dienst Löhmann. So sei gesichert gewesen, dass die Zeitarbeitnehmer keine hoheitlichen Aufgaben übernehmen. Da auf diese Weise Vorgänge vor eventuellen Fristabläufen abgearbeitet worden seien, haben die Ämter so mitunter sechsstellige Beträge gewonnen. FIT MIT „VITAMIN Z“ „Personelle Flexibilität durch Zeitarbeit“ Kommunale Kassen sind chronisch leer. Aufgeblähte Personalapparate lassen die Kämmerer ächzen und sie reagieren nicht selten mit einem Einstellungstopp. Doch dann fehlt ihnen plötzlich die nötige personelle Flexibilität. Nicht nur in dieser Situation ist Zeitarbeit eine Alternative. Eine Vitaminspritze mit „Vitamin Z“ als Fitmacher für den Öffentlichen Dienst? In Bremen hat ZIP Zeitarbeit gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Zeitarbeitnehmern bei der Zuarbeit für die behördliche Antragsbearbeitung gemacht: „Unsere Mitarbeiter haben die Aktenstapel für die Sachbearbeiter vorsortiert und entscheidungsreif vorgelegt, sodass diese nur noch ihre Bescheide erstellen mussten“, erklärt Personaldisponent Michael Bernd Konschak von der Firma Bente Personaldienstleistungen in Wickede (Ruhr) kann hingegen von „mehr Schwierigkeiten, als positiven Erfahrungen“ berichten. Die Vorbehalte in den Verwaltungen gegenüber der Zeitarbeit seien mitunter noch sehr hoch. Auch seien wechselnde Zuständigkeiten oder gar Organisationsformen ein Problem. Dennoch hat er in der Vergangenheit immer wieder Erfahrungen im Öffentlichen Dienst sammeln können: Einem kommunalen Müllentsorger einer Gemeinde in der Soester Börde stellte er einige Male Mitarbeiter zur Verfügung. Doch auch dieser Betrieb tastete sich eher vorsichtig an die Zeitarbeit heran und fragte schon fast unsicher an: „Könnt Ihr eigentlich so etwas machen?“ – Natürlich konnte Konschak und er stellte 2001 erstmals Müllwerker zur Verfügung. Gleichzeitig mit dem Übergang der kommunalen Doppelspitze mit einem Stadtdirektor und einem ehrenamtlichen Bürgermeister zu einem hauptamtlichen Bürgermeister endete jedoch auch die Nachfrage nach Zeitarbeitnehmern. Für Bernd Konschak ein grundsätzliches Problem: „Es hängt oft sehr von den an der Spitze handelnden Personen ab, ob sich Kommunen der Flexibilität von Zeitarbeit bedienen oder nicht.“ Andere Erfahrungen hat Stefan Lang in München gemacht: „Das System ist zu träge – oft fehlt einfach die passende Haushaltsstelle, um Zeitarbeiter finanzieren zu können“, sagt der Mitarbeiter von A-PLUS Personaldienstleistung GmbH. Er rennt oft genug offene Türen ein. Allerdings muss er hin und wieder auch erst einmal erklären, was Zeitarbeit ist und wie sie funktioniert. Das war jedoch beim Universitätsbauamt München – heute Staatliches Bauamt München 2 – nicht nötig. Dort standen sogar bereits Mittel für die Finanzierung von Zeitarbeit zur Verfügung: „Es gab einen Einstellungstopp und selbst befristete Verträge durften nicht verlängert werden“, erinnert sich Lang. Man hatte sich daher für die Zeitarbeit entschieden. Eine Mitarbeiterin war dort mit Sekretariatsaufgaben betraut. Eine weitere war für die entscheidungsreife Aufbereitung und Anonymisierung von Bewerbungen auf öffentliche Ausschreibungen verantwortlich. „Eine heikle Aufgabe, bei der viel Vertrauen notwendig ist“, sagt der Personaldisponent, denn immerhin erhalte die Mitarbeiterin Einblick in die Kalkulationen von verschiedenen Wettbewerbern. Offensichtlich hat sie ihre Sache gut gemacht, denn sie wurde anschließend vom Staatlichen Bauamt übernommen. Z direkt!

5 | Zeitarbeit und Öffentlicher Dienst KONTROLLIERTE OFFENSIVE? Der Öffentliche Dienst sucht nur sehr zögernd den Weg zur Zeitarbeit Fußball-Lehrer Otto Rehhagel hat sie geprägt, wenn nicht gar erfunden: Die kontrollierte Offensive. Hinten sicher stehen und sich dann langsam nach vorne tasten. Das Verhältnis von Zeitarbeit und Öffentlichem Dienst lässt sich ähnlich beschreiben: Vereinzelte Vorstöße aus der sicheren Deckung lassen allenfalls Einzelbeispiele zu. Doch die sind in der Regel positiv. Der Öffentliche Dienst ist laut iGZ-Bundesgeschäftsführer Wener Stolz „leider immer noch eine fast komplett zeitarbeitsfreie Zone“. Dabei gebe es eine Vielzahl von denkbaren Anwendungsbereichen – „im Prinzip alle, bei denen keine hoheitlichen Tätigkeiten eine Rolle spielen“. In Frankfurt am Main würden etwa Zeitarbeitskräfte zum Knöllchenschreiben eingesetzt – im Ergebnis ohne Kosten für die Kommunen, da sich die Kräfte in den meisten Fällen vollständig durch die ausgestellten Strafmandate wieder finanzieren. Allerdings gebe es, so Stolz, noch einige zu überwindende Hürden. So könne etwa das Beispiel der Frankfurter Politessen nicht einfach so auf andere Bundesländer übertragen werden, da hier unter Umständen die rechtlichen Grundlagen dazu fehlten. In Hamburg sind es sogar Vorschullehrer, die via Zeitarbeit ab dem zweiten Krankheitstag ersetzt werden. Viele andere Kommunen, in denen der Kämmerer die finanzpolitische Notbremse in Form einer Haushaltssperre gezogen hat, haben jedoch Schwierigkeiten diese Kosten zu verbuchen. „Hier bräuchten wir ein ausgeprägteres kaufmännisches Denken innerhalb der Verwaltungen“, sagt der iGZ-Bundesgeschäftsführer. Allerdings gebe die Einführung der kaufmännischen Buchhaltung innerhalb der Kommunen Anlass zur Hoffnung, dass das starre Denken in Haushaltsstellen schon bald der Vergangenheit angehören könnte. Immerhin: Otto Rehhagel hat mit der kontrollierten Offensive viele Meistertitel gewinnen können. Im Ergebnis könnte der Öffentliche Dienst mit der Zeitarbeit einen ähnlichen Siegeszug antreten. Die öffentliche Verwaltung wandelt sich iGZ-Bundesvorsitzender Volker Homburg Der iGZ-Bundesvorsitzende Volker Homburg schreibt in einem Aufsatz über den Wandel der Öffentlichen Verwaltung. Die Setzung: Verwaltung = Hoheitsaufgabe = neutrale Instanz stimme schon lange nicht mehr. Die kommunalen Eigenbetriebe seien nur ein Ausdruck dieses Veränderungsprozesses. Parallel zu diesen Entwicklungen habe in den einzelnen Verwaltungen ebenfalls ein Umdenkungs- und Umsteuerungsprozess eingesetzt. Auch die Veränderungen im Tarifwesen des Öffentlichen Dienstes seien Ausdruck eines vorsichtigen aber kontinuierlichen Veränderungsprozesses in der Öffentlichen Verwaltung. Die Zeitarbeit, so Homburg, sei ein geeignetes Mittel diesen Veränderungsprozess effektiv zu begleiten und den Erfordernissen gerecht zu werden. Den kompletten Aufsatz finden Sie zum download unter www.z-direkt.de. Z direkt!

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