Aufrufe
vor 3 Jahren

Ausgabe 1/2011:

  • Text
  • Zeitarbeit
  • Frauen
  • Branche
  • Wolfram
  • Linke
  • Werner
  • Stolz
  • Februar
  • Beruf
  • Unternehmen

ZEITARBEIT SCHWARZ AUF

ZEITARBEIT SCHWARZ AUF WEIß iGZ IM SPIEGEL DER PRESSE presseschau Jede Menge Fehler begangen Zeitarbeit nicht stärker regulieren Prof. Dr. Peter Schüren Die großen Gewerkschaften haben in der Vergangenheit jede Menge Fehler im Bereich der Zeitarbeit begangen. „Dazu gehört auch die eigene Tarifpolitik, von der die Verantwortlichen nun offenbar ablenken wollen, indem sie die Debatte auf ein anderes Feld verlagern., sagte Arbeitsrechtsprofessor Peter Schüren, Universität Münster. Für Mitarbeiter, die nur eingestellt werden, damit man sie an ein einziges Unternehmen ausleiht, ist das tatsächlich die beste, ja die einzig zulässige Lösung (Equal Pay, d.Red.). Ganz anders ist das bei jenen, die längerfristig beim Verleiher angestellt sind und permanent von einem Betrieb zum nächsten geschickt werden. Für sie würde „Equal Pay“ nach drei, sechs oder neun Monaten bedeuten, dass sie, trotz ihres großen Erfahrungsschatzes stets als Anfänger eingestuft würden – und deshalb auf jeder neuen Stelle nur einen Anfängerlohn erhielten, der womöglich auch noch von Betrieb zu Betrieb variiert. Dr. Volker Schmidt Wir warnen vor überzogenen Erwartungen. Das Vorkrisenniveau vom 1. Halbjahr 2008 wird voraussichtlich erst Anfang 2012 wieder erreicht. Zu den entscheidenden Gründen für die schnelle Aufholjagd gehört vor allem die hohe Flexibilität der Unternehmen. Sie waren aus dem Stand lieferfähig, als die Nachfrage wieder angezogen hat. Und das ist der Kurzarbeit aber auch der Zeitarbeit geschuldet. Zeitarbeit und befristete Jobs dürften deshalb nicht stärker reguliert werden, erklärte Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer Niedersachsenmetall. Hans-Joachim Otto Wichtige Funktion in der Wirtschaft Mindestlohn ein vernünftiger Konsens Ein vernünftiger Konsens zwischen allen Interessenlagen könnte in der Einführung eines allgemeinverbindlichen Mindestlohnes in der Zeitarbeitsbranche liegen, betonte RA Werner Stolz, iGZ-Hauptgeschäftsführer. Die darüber hinaus geführte Diskussion um gerechte Lohnstrukturen ist hingegen Sache der Tarifparteien und nicht des Gesetzgebers. Wir sind bereit, die Arbeitsbedingungen für Zeitarbeitskräfte gemeinsam mit den DGB-Gewerkschaften weiter zu entwickeln. Zeitarbeitsunternehmen haben eine wichtige Funktion für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und ermöglichen vielen Unternehmen die Flexibilität, die für den Wirtschaftsaufschwung notwendig ist. Es zeigt sich sehr anschaulich, dass die klassische Zeitarbeit nichts mit Billiganbietern zu tun hat, sondern vor allem dazu dient Auftragsspitzen in zyklischen Branchen wie dem Maschinen- und Anlagenbau abzudecken und Fachkräftemangel entgegen zu wirken, erläuterte Hans-Joachim Otto (MdB), parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. RA Werner Stolz Angela Merkel Guter Weg in die Arbeitswelt Wir haben bereits große Erfolge bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit erzielt. Dennoch müssen wir immer wieder darüber nachdenken, wie wir noch besser Menschen in Arbeit bringen. Ein geeignetes Instrument ist zum Beispiel die Zeitarbeit, kein Allheilmittel, aber doch für Hunderttausende in der Krise ein guter Weg zurück in die Arbeitswelt. Das dürfen wir jetzt nicht zerreden oder kaputtmachen. Natürlich soll es bei der Zeitarbeit gerecht zugehen. Dennoch wären unsere Arbeitslosenzahlen um einiges höher, wenn es keine Zeitarbeit gäbe. Wer ein solches Instrument zerstört, darf sich nicht wundern, wenn dann noch mehr Menschen auf Hartz IV angewiesen sind, äußerte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Anne Rosner Arbeitslos statt gleicher Lohn Mit Equal Pay tut man den betroffenen Zeitarbeitskräften keinen Gefallen, denn sie werden statt gleichen Lohn zu erhalten eher arbeitslos werden, stellte die iGZ-Landesbeauftragte für NRW, Anne Rosner, fest. Der Mindestlohn in der Branche muss per Gesetz für allgemeinverbindlich erklärt werden. Dafür ist der jetzt geschlossene Tarifvertrag die Voraussetzung. Wenn jetzt 100.000 Arbeiter aus Osteuropa kommen, bedeutet das insbesondere für die unteren Lohngruppen eine Billigkonkurrenz. Das bedeutet hohe Arbeitslosigkeit in diesem Bereich und da wollen wir alle nicht hin. Martin Kannegiesser Leidtragende waren Geringqualifizierte Ich warne die Politik davor, eine übereilte und undifferenzierte Gleichbezahlung von Zeitarbeitern und Stammkräften gesetzlich festzuschreiben. Weit mehr als die Hälfte der M+E-Betriebe würden dann Zeitarbeit einschränken oder ganz einstellen, betonte Martin Kannegiesser, Gesamtmetall-Präsident. Qualifizierte Fachkräfte sollten über eine wirtschaftlich angemessene Zeitstrecke an den tariflichen Grundlohn herangeführt werden, während Geringqualifizierte deutlich niedriger einzustufen sind, weil andernfalls die Nachfrage nach Zeitarbeit und damit die entsprechenden Arbeitsplätze massiv verloren gehen werden. Leidtragende wären vor allem Arbeitslose und Geringqualifizierte, die über Zeitarbeit erstmals einen Einstieg ins Berufsleben finden. Carsten Ahrens Neues Dreieck in der Arbeitswelt Das Sparen von Kosten spielt genauso eine Rolle wie das Abfangen von Auftragsspitzen, das Abdecken spezifischer Qualifikationen und der Ersatz kranker Mitarbeiter. Die Personalbeschaffung funktioniert schneller als über den Arbeitsmarkt. Vorteile sind Entlastung, Flexibilität, Risikominderung und Wettbewerbsfähigkeit, betonte iGZ-Regionalkreisleiter Carsten Ahrens. Nichts ist beständiger als der Wandel. Die Globalisierung schafft einen neuen Megatrend. Dabei sind veränderte Arbeitsbiografien in Beruf und Familie zu berücksichtigen. Der demografische Wandel bedingt auch einen Wandel der Lebensstile. Das neue Dreieck in der Arbeitswelt heißt Sicherheit, Flexibilität und Produktivität. 22 23

Z direkt!

© 2017, Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V.