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Ausgabe 1/2010:

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ZDF-talkshow ZEITARBEIT

ZDF-talkshow ZEITARBEIT IM FOKUS – DER iGZ ZU GAST BEI MAYBRIT ILLNER Es ist 20.45 Uhr als die graue Limousine vor dem Berliner Zollernhof „Unter den Linden“ vorfährt. Die Gäste der ZDF-Talksendung „Maybrit Illner“ bekommen einen First Class Service. Auch die Bundesvorsitzende des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), Ariane Durian, wird sofort an der Tür von einer Redakteurin in Empfang genommen. Wo tagsüber noch Touristen Werbeartikel kaufen und Steak essen können, ist schon die Kulisse aufgebaut. Die orangen Stühle für CDU / CSU-Fraktionschef Volker Kauder, dem SPD- Vorsitzenden Sigmar Gabriel, Porsche-Betriebsrat Uwe Hück, Kapuziner- Mönch Bruder Paulus, Gastgeberin Maybrit Illner und iGZ-Chefin Ariane Durian warten bereits. Doch für die Talkgäste geht es zunächst in den ersten Stock – die Maske. Ein wenig Puder, schon gesellt sich die Gastgeberin zu der karlsruher Unternehmerin. „Ich fange mit der Frage nach dem Koalitionsvertrag an“, so Illner, deren Sendung unter dem Thema „Gerechtigkeit 2010 – Sind wir bald alle gleich arm?“ steht und blickt an ihrer weißen Wolljacke herunter. „Irgendwie sehe ich aus wie eine Schneeflocke“. Im Vorraum diskutieren bereits Volker Kauder und Uwe Hück. Ob der Betriebsrat des Porsche-Unternehmens auch einen entsprechenden Dienstwagen fährt will der Badener Kauder wissen. Hück schweigt dazu, nimmt aber sofort Frau Durian in die Schusslinie. Er würde Zeitarbeit, die nur Dumpinglöhne zahle sofort verbieten. Dass der iGZ Tarifverträge mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund hat, beruhigt den Gewerkschafter aber sofort wieder und er geht zu seinem Lieblingsthema über: sich selbst. Inzwischen ist auch Bruder Paulus eingetroffen: Barfuß, bei sechs Grad Minus in der Bundeshauptstadt. Mit Fahrer kommt SPD-Schwergewicht Sigmar Gabriel. Komplett begibt sich die Runde in das Studio, wo sogleich Applaus aufbrandet. Den Aufschlag macht Ariane Durian. Differenziert bewertet sie den Start der schwarz-gelben Koalition. Den naturgegeben Regierungsparteimitglied Kauder und Oppositionsführer Gabriel jeweils anders sehen. Besonders akzentuiert äußert sich Uwe Hück, der die Steuerpolitik der Regierung in Bausch und Bogen verdammt, „Es sei ein Fehler, Steuersenkungen zu verkünden, wenn die Kassen leer seien“, so der Porsche-Mann. Und schon steht der Fall Schlecker im Fokus – und damit die Zeitarbeit. Die Vorgänge bei der Drogeriekette Schlecker, die Mitarbeiter zu deutlich geringeren Löhnen in eine eigene Zeitarbeitsfirma „ausgelagert“ hatte, seien „ein Auswuchs“, der nichts mit der Branche zu tun habe, so Durian. Schlecker sei „ein Zeichen dafür, dass wir einen Branchenmindestlohn brauchen, damit genau solche Auswüchse nicht kommen“. Unionsfraktionschef Kauder unterstützt daraufhin einen Branchentarifvertrag für Zeitarbeitsfirmen. Voraussetzung sei allerdings, dass alle Gewerkschaften der Branche am Verhandlungstisch säßen, sagte Kauder. Dies kann sich SPD-Chef Gabriel nun gar nicht vorstellen. Er gehe davon aus, dass die schwarz-gelbe Koalition einen Branchentarif für Zeitarbeit nicht unterstützen werde. Die Koalition müsse einen ausgehandelten Mindestlohn „per Verordnung umsetzen, damit er gilt“, so Gabriel. Genau das aber hätten „die in der Koalitionsvereinbarung ausgeschlossen“. Aber die iGZ-Vorstandschefin lässt nicht locker und so hat sie am Ende die Zusage aller Politiker, den Mindestlohn in der Zeitarbeit zu unterstützen. Andrea Resigkeit 10 11

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