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Ausgabe 1/2009:

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Herausforderung: Neuer

Herausforderung: Neuer Bildungsauftrag interview Warum eine Auszubildende sich dazu entschlossen hat, den neuen Beruf PDK zu lernen, haben wir in der vergangenen Ausgabe vorgestellt. Für die Berufsschul-Lehrer ist das keine Sache der persönlichen Entscheidung, sondern ein neuer Bildungsauftrag im Rahmen der Berufsschulpolitik. Das bedeutet eine große Herausforderung: Die Pädagogen müssen sich eigenverantwortlich in die neue Materie einarbeiten und schauen, wo sie passende Wissens-Quellen finden. Z direkt! sprach mit einem PDK-Lehrer der ersten Generation. „Personaldienst leistungen haben Zukunft – und wir sind dabei!“ 1. Herr Kiehn, Sie unterrichten jetzt seit August 2008 den neuen Beruf „Personaldienstleistungskaufmann/kauffrau“. Wie viele Schüler haben Sie? Und wie würden Sie Ihre Schülerstruktur beschreiben? In unserem Lehrerteam unterrichten wir in zwei Klassen 34 Auszubildende im ersten Ausbildungsjahr. Damit ist die BBS Neustadt der größte Schulstandort für den PDK in Niedersachsen. Die Schülerstruktur ist in jeder Hinsicht sehr unterschiedlich: Die Altersspanne reicht von 16 bis über 30 Jahre. Vom Studienabbrecher über Quereinsteiger bis zum Hauptschulabsolventen sind unterschiedlichste Eingangsvoraussetzungen vertreten. 2. Wie bekommen Sie diese unterschiedlichen Schüler/innen pädagogisch unter einen Hut? Die Heterogenität in der Schülerstruktur erfordert besondere Unterrichtskonzepte, in denen Teamarbeit und Peer Education gefördert werden. 3. Wann wurden Sie zum ersten Mal mit dem neuen Berufsbild konfrontiert? Die Initiativen für die neue Ausbildung hatte ich von Anfang an verfolgt. Aber erst vor etwa einem Jahr habe ich erfahren, dass die BBS Neustadt eventuell die Chance hat, diesen interessanten Beruf zu beschulen. 4. Welche Aufgaben kamen auf Sie zu? Zunächst habe ich mich über die Zeitarbeitsverbände und zahlreiche Fachbücher zur Personalwirtschaft auf die inhaltlichen Anforderungen des Berufes vorbereitet. 5. Kannten Sie sich schon vorher etwas in der Zeitarbeitsbranche aus? Und wie ist heute Ihr Eindruck von der Branche? Bis vor kurzem kannte ich mich überhaupt nicht in der Branche aus. Ich war mir aber bereits nach wenigen Besuchen in den Betrieben sicher, dass die teilweise auch in der Presse zu lesenden Vorurteile, der Beruf des PDK sei überflüssig, weil die Inhalte in den Berufen Industrie- und Bürokaufmann vermittelt werden und zu speziell seien, falsch sind. 6. Gab es Hilfestellungen für die Vorbereitung des neuen Berufes? Die Schulleitung der BBS Neustadt unterstützt die Einführung des Berufes. Inhaltlich interessant sind die angebotenen iGZ-Seminare, an denen wir teilgenommen haben. Das Angebot des iGZ an Lehrkräfte, Fachseminare besuchen zu können, werden meine Kollegen und ich auch weiterhin in Anspruch nehmen. 7. Sie haben ja bereits eine Infoveranstaltung für PDK-Lehrer durchgeführt. Wie finden die anderen Lehrer den PDK? Was war Ihr Eindruck? Die in dem Beruf unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen, die ich kennengelernt habe, sind alle sehr engagiert und mit Begeisterung dabei. 8. Sicher gibt es noch viel Unterstützungs- und Informationsbedarf – wo sehen Sie den größten Bedarf? Als Lehrkraft wünsche ich mir die Einführung eines spezifischen Schulbuches. Wir nutzen drei Personalfachbücher und passen im Unterricht die Inhalte den Anforderungen an. 9. Welche Eigenschaften sollten die Schüler Ihrer Meinung nach haben, die im nächsten Jahr eine Ausbildung zum PDK machen möchten? Bewerber sollten ein hohes Maß an Selbstständigkeit, Belastbarkeit und Einfühlungsvermögen mitbringen. 10. Wie sehen Sie die Zukunftsaussichten für fertige PDKler? Auch unter schwierigeren wirtschaftlichen Bedingungen wird die Zeitarbeitsbranche weiter wachsen. Die Anforderungen an die PDKler werden in diesem Umfeld steigen. Mit einer qualifizierten Ausbildung in einem zukunftsorientierten Beruf werden die Absolventen am Arbeitsmarkt beste Chancen haben. 11. Was wünschen Sie sich im Hinblick auf Ihre Tätigkeit als PDK-Lehrer für 2009? Eine Kontinuität in der bisher erfreulichen Zusammenarbeit mit allen Beteiligten und den Ausbau der schon jetzt guten Position der BBS Neustadt als Schulstandort für PDKler. Name: Torsten Kiehn Alter: 45 Jahre Beruflicher Werdegang: Banklehre, Studium der Wirtschaftwissenschaften, Prädikatsexamen, studienbegleitend Tätigkeit in einer Bank, Referendariat für das Lehramt, Berufsschullehrer für Bankkaufleute, seit 2006 an der BBS Neustadt a. Rbg. als Lehrer für Kaufleute für Dialogmarketing und als Wirtschaftslehrer am Fachgymnasium Berufsschule: BBS Neustadt am Rübenberge (Niedersachsen) mit über 4 000 Schülern und rund 200 Lehrern Funktion: Fachkonferenzleiter und Fachlehrer für den Beruf „Personaldienstleistungskaufmann/kauffrau“ 18 19

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