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Ausgabe 1/2009:

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Neues serviceangebot des

Neues serviceangebot des DGB NRW Telefonhotline zeitarbeit vor Ort „Es ist auch ein Stückchen Seelsorge – Eheleute und besorgte Mütter wollen gelegentlich einfach nur erzählen, was passiert ist“, zieht Torsten Schulz, Dipl.-Ökonom der Technologieberatungsstelle beim DGB NRW e.V. (TBS) eine erste Bilanz nach sechs Wochen Telefon- Hotline für Zeitarbeitnehmer. Dipl.-Ökonom Torsten Schulz (stehend) und Geschäftsführer Dr. Jürgen Grumbach begutachten den Infoflyer zur neuen Telefon-Hotline Zeitarbeit. Das neue Service-Angebot des DGB NRW und der Landesregierung Nordrhein-Westfalen unter der Nummer 01803 – 100 218 ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Landesarbeitsminister Karl- Josef Laumann und dem NRW-DGB-Chef Guntram Schneider. „Es wurde über die Zeitarbeitsbranche und Möglichkeiten diskutiert, wie man offene Fragen beantworten und Probleme der Zeitarbeitnehmer schnell und unbürokratisch von neutraler Stelle aus lösen könne. Idee war schließlich, eine Hotline bei der TBS anzusiedeln“, zeichnet Schulz die Realisierung nach. Im Sommer 2008, erinnert sich der 43-Jährige, wurden erste Konzepte entwickelt. „Im Frühherbst stellten wir dann den Antrag zur Förderung dieses Projektes, und am 16. Dezember schalteten wir die Hotline frei“, erklärt der Dortmunder den Ablauf. „Call NRW“ nehme die Anrufe auf, die anschließend an eins der drei Büros in NRW in Düsseldorf, Dortmund oder Bielefeld weitergeleitet werde. „Wir haben eigens einen Dienstplan entwickelt, zwei Zeitarbeits-Experten sitzen regelmäßig parallel an der Hotline, um die Anrufe entgegen zu nehmen“, verweist Schulz auf das Procedere. „Dabei handelt es sich um TBS-Berater, die sonst auch direkt in die Unternehmen gehen, um den Arbeitnehmern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen“, ergänzt Dr. Jürgen Grumbach, Geschäftsführer der TBS NRW. An der Hotline, so Grumbach, werden vor allem Standardfragen beantwortet – „wir können zum Beispiel keine Rechstauskünfte anbieten oder konkrete Probleme vor Ort lösen“, betont der Geschäftsführer. Inhalt sei beispielsweise, worauf man beim Berufseinstieg bei einem Zeitarbeitsunternehmen immer achten solle, Ansprechpartner werden vermittelt und Informationswege aufgezeigt. „Wer eine Rechtsauskunft haben möchte, wird von uns an die Bundesagentur für Arbeit oder an die zuständige Gewerkschaftsinstitution weiter vermittelt“, unterstreicht Dr. Grumbach. Die Hotline könne immer nur anregen und informieren, aber nie eine Entscheidung abnehmen, zeichnet er den Sinn und Zweck der Nummer nach. Torsten Schulz wirft einen Blick in die bisherige Statistik: „Über 100 Anfragen haben wir bisher verzeichnet. Hauptsächlich waren es Menschen in einer individuellen Notlage mit Schwerpunkt aus dem Helferbereich“, berichtet er von seinen Erfahrungen. Viele Anfragen kommen aus Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes. Die Arbeitnehmer, hat der Technologieberater beobachtet, sind sehr besorgt um ihre Zukunft. „Was passiert, wenn ich vom Kundenunternehmen zurück zu meiner Zeitarbeitsfirma geschickt werde?“, fragen zahlreiche Zeitarbeitnehmer. In einigen Fällen wurde konkret nach den Qualitäten von Unternehmen gefragt, und die Arbeit als Schwerbehinderter in der Zeitarbeit sei ein recht häufiges Thema“, zeigt sich Schulz überrascht: „Wir werden von Behinderten häufiger gefragt, ob sie sich in der Zeitarbeitsbranche bewerben dürfen.“ Die Anruferinnen und Anrufer seien zudem ganz auf der Höhe der Zeit – viele wollen wissen, wie sich das Kurzarbeitergeld auf sie auswirke. „Bisher“, staunt Schulz, „haben wir kaum Werbung gemacht und blicken dennoch auf ein großes Echo“. Erst im Januar etwa seien alle Institutionen über das neue Angebot informiert worden – demnächst solle eine Plakatwerbewelle anrollen. Die Hotline spricht sich bereits munter herum – allein in der ersten Januarwoche kamen so viele Anrufe wie im gesamten Dezember. Wen wundert´s – die TBS NRW baut intensiv die Netzwerke aus: Auch mit dem Interessensverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) hat sich die TBS auf ihrer eigens für die Hotline eingerichteten Homepage verlinkt, „weil dort überaus fundierte und umfangreiche Informationen rund ums Thema Zeitarbeit zu finden sind“, stellt Schulz anerkennend fest. Nichts desto Trotz – die Zukunft des Pilotprojektes Hotline Zeitarbeit ist noch offen: Die Gelder fließen zunächst bis Oktober 2009. „Es ist noch zu früh, etwas zu prognostizieren – wir müssen die weiteren Erfahrungen auswerten“, betont Geschäftsführer Jürgen Grumbach. Die Technologieberatungsstelle beim DGB NRW e.V. (TBS NRW) Die TBS wird von den Gewerkschaften in NRW sowie dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales getragen und handelt im Rahmen eines Landesauftrages. Zentrales Ziel ist die Gestaltung und Förderung eines arbeitsorientierten und sozialverträglichen Strukturwandels in NRW. Dabei unterstützt die TBS Betriebs- und Personalräte sowie Mitarbeitervertretungen und interessierte Arbeitnehmer, sich konstruktiv in betriebliche Umgestaltungsprozesse einzubringen. Sie bietet ihre Leistungen branchenübergreifend und flächendeckend in NRW an. Besondere Berücksichtigung finden die Probleme von kleinen- und mittleren Unternehmen. Hotline Zeitarbeit – 01803-100 218 Das Arbeitsministerium und die Gewerkschaften in Nordrhein-Westfalen wollen mit der Hotline Zeitarbeit die berechtigten Belange der Beschäftigten in der Zeitarbeitsbranche unterstützen. Zeitarbeitnehmer/-innen und Arbeitsuchende können sich gleichermaßen mit ihren Fragen und Sorgen direkt an die Hotline wenden. Ziel dieses Angebots ist es, einen Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Zeitarbeitnehmer/-innen in NRW zu leisten. Die Hotline Zeitarbeit ist dienstags von 14 bis 18 Uhr, mittwochs von 16 bis 20 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr geschaltet – sie ist kostenpflichtig (9 Cent pro Minute). Kontakt im Internet: www.zeitarbeit.nrw.de 16 17

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