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Ausgabe 1/2009:

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Optimales

Optimales Flexibilisierungsinstrument: Zeitarbeit im Gesundheitswesen Vielseitige Perspektiven in einer boomenden Branche reportage Die Zeitarbeit ist nicht nur das optimale Flexibilisierungsinstrument der deutschen Wirtschaft, sondern bietet vor allem auch ideale Einstiegsmöglichkeiten in den künftigen Beruf – besonders auch im Gesundheitswesen ist sie ein ideales Mittel, die zahlreichen Facetten dieser möglichen Berufswege näher kennenzulernen. Alter in Jahren 100 Männer 95 90 85 80 75 70 65 60 55 50 45 40 35 30 25 20 15 10 5 0 Frauen 1000 800 600 400 200 0 0 200 400 600 800 1000 Bevölkerungsstand 31.12.2050 Die Alterspyramide kehrt sich um – damit steigt auch der Personalbedarf im Gesundheitswesen Bevölkerungsstand 31.12.1910 Die Zeitarbeit bietet sich vor allem für jüngere Kolleginnen und Kollegen an, denn hier können sie erste Erfahrungen in vielen verschiedenen Institutionen sammeln“, bestätigt denn auch Personaldisponent Stephan Ruch, der seit 2003 Mitarbeiter beim Personal Service Westermann (PSW) ist. Am wichtigsten sei dabei das Bewerbungsgespräch, „das oftmals sehr lange dauern kann“, verweist der Hamburger auf die vielen spezialisierten Bereiche im Gesundheitswesen. Der intensive persönliche Kontakt und das Wissen um die Fähigkeiten des Mitarbeiters seien eine ganz wichtige Voraussetzung: Die Qualifizierung der Bewerberinnen und Bewerber reiche vom Pflegehelfer bis hin zur examinierten OP-Schwester, zeichnet er die Notwendigkeit des gründlichen Gesprächs für eine fachgerechte und individuelle Vermittlung an die Kundenunternehmen nach. Oftmals werde die Zeitarbeit auch schlicht genutzt, „um noch sehr viel dazu zu lernen“. Häufig landen daher auch Initiativbewerbungen besonders jüngerer Arbeitskräfte unter 45 Jahren auf seinem Tisch. Und immer mehr Arbeitnehmer nutzen den Vorteil Flexibilität der Zeitarbeit. Er habe mittlerweile eine ganze Reihe von Zeitarbeitnehmern in seiner Kartei, die über unbefristete Arbeitsverträge verfügen: „Sie wollen gar nicht mehr weg weil sie die Möglichkeit des Wechsels, die ihnen die Zeitarbeit bietet, besser finden als eine Festanstellung in den Kundenbetrieben“, erläutert Ruch den „Klebe-Effekt“ der etwas anderen Art. Und es gibt noch eine weitere Motivation: „Weil wir als Mitglied des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen das gemeinsame Tarifwerk von iGZ und DGB anwenden und darüber hinaus freiwillige übertarifliche Zulagen zahlen, können die Mitarbeiter bei uns teilweise mehr Geld verdienen, als wenn sie in den Kundenbetrieben direkt angestellt wären“, ergänzt Frank Westermann, Geschäftsführer von PSW. Neben dem festen Angestelltenverhältnis und der geregelten Bezahlung profitieren die Zeitarbeitnehmer auch von den gängigen Sozialleistungen. Dadurch sei das Angebot Zeitarbeit auch für höher qualifizierte Berufsgruppen – wie etwa Pädagogen und medizinische Fachkräfte – interessant. Die Schwerpunkte der Aufgaben, so der Experte, ergeben sich jeweils durch die aktuelle Arbeitsmarktsituation. Hauptaugenmerke seien vor allem der Pflegebereich, beispielsweise in Seniorenwohnheimen und Krankenhäusern: „Wir halten ständig engen Kontakt zu den Personalentscheidern unserer Kundenunternehmen vor Ort“, verdeutlicht Westermann das Procedere – und die Nachfrage steige kontinuierlich, weil von den Mitarbeitern immer mehr Flexibilität gefordert werde. Das Instrument Zeitarbeit werde dann als Mittel zur schnellen Reaktion auf Personalausfälle und -schwankungen genutzt. Im Gesundheitswesen boomt die Zeitarbeit - mit Folgen: PSW zum Beispiel eröffnet im Frühjahr zwei weitere Dependancen in Lübeck und Lüneburg. „Immer mehr Menschen werden immer älter, und damit steigt auch die Zahl der Pflegefälle. Nicht nur in Hamburg wird in Reaktion darauf das Personal aufgestockt“, nennt er einen Grund. Gruppeneinsätze gebe es dabei nicht – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden nur einzeln vermittelt. „Manche arbeiten nur halbtags, übernehmen Wochenenddienste, oder arbeiten in den Früh- und Spätdiensten“, erläutert der Betriebswirt einige Arbeitsbedingungen. Durchschnittlich, habe er festgestellt, lernen die Zeitarbeitnehmer drei bis vier unterschiedliche ANZEIGE Institutionen kennen, „bevor sie in einem Haus bleiben“, verweist er auf den Klebeeffekt in der Branche. Der Wechselwille sei wohl auch deshalb nicht sehr ausgeprägt, weil im sozialen Bereich inzwischen fast nur noch befristete Verträge abgeschlossen werden. Sein Unternehmen beschränkt sich indes nicht nur auf die Vermittlung der Zeitarbeitnehmerschaft: „In den Nicht-Einsatzzeiten bieten wir unseren Mitarbeitern Möglichkeiten zur Weiterbildung an“, erklärt Westermann. Themen seien beispielsweise die Dokumentation in der Pflege oder auch eine Spezialschulung für den Umgang mit älteren blinden Pflegebedürftigen. Eine wichtige Rolle spielen zudem die sozialen Aspekte in der Betreuung, die den Mitarbeitern regelmäßig vermittelt werden. Die Personaldisponenten sind ebenfalls „vom Fach“: Pflegefachkräfte betreuen die externen Mitarbeiter. „Auch in Zeiten modernster Technik ist Personalvermittlung bei uns noch Handarbeit“, unterstreicht der 47-Jährige den individuellen Charakter der Zeitarbeit im Gesundheitswesen. Oben 2. v. links: Geschäftsführer Frank Westermann im Bewerbungsgespräch Oben 2. v. rechts: Flexible Disposition erfordert präzise Einsatzplanung und engen Kontakt zu Pflegedienstleitungen. 12 13

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