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Ausgabe 1/2007:

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| 10 10 | 11 11 | Kosten

| 10 10 | 11 11 | Kosten ccjvhyxcvyxcjvhj und Nutzen der Zeitarbeit Zeitarbeit jvbxcvvbchxgv in Europa Argumente für die Zeitarbeit, die sich bei der Analyse der indirekten Personalkosten ergeben, sind gewichtig – auch wenn man auf längere Sicht einen Vollkostenvergleich anstellt, ist die Zeitarbeit nur dann teurer als eine befristete Anstellung, wenn für die Zeitarbeit deut-lich höhere Stundensätze als für befristete Verträge zu zahlen sind. Für wen bietet Zeitarbeit aus Ihrer Sicht die größten Chancen? Alle haben etwas davon! Zeitarbeit ist eine „Win-Win-Situation“ für die Arbeitskräfte, die Unternehmen und die Volkswirtschaft gleichermaßen. Arbeitsuchenden bietet sie zunächst allgemein eine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Darüber hinaus erhalten sie über Zeitarbeit die Möglichkeit, das auf dem Arbeitsmarkt nötige Know-how zu erwerben und sich „on the job“ weiterzuqualifizieren. Sie verbessern so ihre Beschäftigungsfähigkeit. Zeitarbeit bedeutet zudem für viele ein Sprungbrett in die Festanstellung. Für Hochschulabgänger ist Zeitarbeit eine sinnvolle Alternative zur Endlosspirale Praktikum. Auch die Vorteile für die Unternehmen liegen auf der Hand: Sie können flexibel auf konjunkturelle und saisonale Auftragsschwankungen reagieren. Die typischen Arbeitgeberrisiken können auf die Zeitarbeitsunternehmen abgewälzt werden. Dank Zeitarbeitern müssen die Betriebe selbst geringere Personalreserven bereithalten, sparen sich einen Teil ihrer Verwaltungskosten und die oft kostspielige Personalrekrutierung. Darüber hinaus bietet der Einsatz von Zeitarbeitern ein oft unterschätztes Innovationspotenzial, besonders bei qualifizierten Tätigkeiten. Letztlich profitiert auch die Volkswirtschaft von Zeitarbeit, zumindest dann, wenn diese als die Alternative zur Arbeitslosigkeit oder dem Praktikum gesehen wird. Die Arbeitslosenversicherung wird entlastet, gleichzeitig das Beitragsvolumen zur Sozialversicherung erhöht. Die Schattenwirtschaft wird zurück gedrängt und das Humankapital geht im Gegensatz zur Arbeitslosigkeit nicht verloren. Welchen Herausforderungen und Risiken muss sich die Zeitarbeitsbranche in Zukunft Ihrer Meinung nach stellen? Die Branche wird sich wie alle anderen Arbeitgeber auch dem „War for Talents“ (= „Krieg um Talente“, Anm. der Red.) stellen müssen. Die Hochqualifizierten werden immer rarer, auch die „normalen“ Mitarbeiter auf Grund des sinkenden Erwerbspersonenpotenzials umworbener. Unternehmen müssen daher zukünftig nicht nur Produktmarketing, sondern ebenfalls Personalmarketing betreiben. Dessen zentrale Aufgabe ist es, Mitarbeiter zu rekrutieren und zu binden. Auch wenn bereits seit geraumer Zeit in einigen Teilen des Arbeitsmarktes klare Anzeichen zu erkennen sind, der wahre „War for Talents“ kommt erst noch. Die Personalverantwortlichen der Kundenunternehmen werden künftig zudem noch stärker an flexiblen Lösungen interessiert sein. Daraus könnte gar ein neues Berufsbild in der Personalarbeit erwachsen, nämlich das des so genannten Humanressourcenkoordinators. Dessen Aufgabe wäre es, aus der Fülle unterschiedlicher Beschäftigungsformen flexibel den richtigen Mitarbeiterpool zusammenzustellen. Die Gewinner in der Zeitarbeitsbranche werden in jedem Fall diejenigen sein, die bereits jetzt auf gezielte Personalwerbung setzen und dabei auch über die Grenzen Deutschlands hinaus ihre Fühler ausstrecken. Ich rate den Zeitarbeitsunternehmen überdies dazu, sich frühzeitig auf die deutlich abzusehenden demografischen Herausforderungen einzustellen. Konkret: Sie sollten auch bei älteren Generationen nach qualifiziertem Personal Ausschau halten, denn Routiniers werden immer gefragter. Ein vorausschauendes Zeitarbeitsunternehmen sollte außerdem ständig daran arbeiten, seine Produktpalette auszuweiten und zu optimieren. Dann rechnet sich Zeitarbeit auch in Zukunft. BOOM DER ZEITARBEIT AUCH IN DER ALPEN- REPUBLIK Rund 59 000 Zeitarbeitnehmer In einer Serie beschäftigt sich die Z direkt! mit der grenzüberschreitenden Arbeitnehmerüberlassung. Teil 4 wirft einen Blick auf die Länder, in denen im nächsten Jahr der Europameisterschaftsfußball rollen wird: Österreich und die Schweiz. In Wien sprach Z direkt! mit Vertretern der österreichischen Branche. Frau Dr. Tischler, die Zeitarbeitsbranche in Österreich blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. 12 000 Zeitarbeitnehmer mehr als im Vorjahr gab es zum Stichtag am 31. Juli 2006. Der Anteil unter den Beschäftigten am Arbeitsmarkt ist von 1,6 auf 1,9 Prozent gestiegen. Worin sehen Sie die Ursachen für diesen Aufschwung? Dr. Tischler: Hauptursache für den Aufschwung unserer Branche ist sicherlich die allgemeine Konjunktur, die auch unser Land derzeit erlebt. Die Auftragsbücher der Unternehmen sind wieder voll und da ist flexibles und vielseitig qualifiziertes Personal, wie es die Zeitarbeitsbranche bietet, natürlich Gold wert. Nach Jahren der Rezession ist das Vertrauen nämlich noch nicht so groß, dass ein wirtschaftlich denkender Unternehmer den gestiegenen Personalbedarf komplett mit Neueinstellungen deckt. Herr Zehetner, wie schätzen Sie die momentane Stimmung unter den österreichischen Zeitarbeitsunternehmen ein? Zehetner: Die österreichischen Zeitarbeitsunternehmer blicken mit einem vorsichtigen Optimismus in die Zukunft. Für eine Euphorie reicht die Stimmung aber nicht aus, weil die Freude immer wieder durch die schwierigen Rahmenbedingungen gedämpft wird. Worauf sprechen Sie hier an? Zehetner: Ein Beispiel ist der so genannte Referenzzuschlag. Demnach muss der Lohn des überlassenen Arbeitnehmers dem Niveau im Beschäftiger- Betrieb entsprechen. Da es in Österreich über 120 Kollektivverträge gibt, bedeutet das dass unser Branchenkollektivvertrag an jedem dieser Verträge gemessen werden muss. Dies zieht natürlich einen enormen und teuren Verwaltungsaufwand nach sich. Wünschenswert wäre es daher, wenn der Branchenkollektivvertrag nach deutschem Vorbild vorrangig wäre. Dr. Rantasa: Auf der anderen Seite ist dieses System aber auch gerechter als in Deutschland. Denn durch den Vorrang höherer Kollektivverträge gibt es keine Einkommenskluft zwischen Zeitarbeitnehmern und Stammbeschäftigten. Im Gegensatz zu Deutschland bringt der Einsatz von Zeitarbeitskräften den Kunden daher zwar keine direkten Kostenvorteile. Die indirekten Kostenvorteile wiegen aber dennoch so schwer, dass die Unternehmen zunehmend auf Zeitarbeit setzen. Personaldienstleister-Funktionäre in den Wirtschaftskammern und Gewerkschaften haben im vergangenen Jahr den so genannten Ausbildungsfonds für Zeitarbeiter ins Leben gerufen. Was hat es mit diesem Fonds auf sich? Dr. Rantasa: Der Ausbildungsfonds dient seit Januar 2007 der Weiterbildung aller Arbeitnehmer, die bei einem Personaldienstleister beschäftigt sind. Vom Staplerschein bis zum EDV-Kurs – jeder Personaldienstleister kann selber entscheiden, für welchen Bereich er seine Mitarbeiter aus- oder weiterbilden will. 2, 20 Euro werden den Personaldienstleistern pro Monat für die Weiterbildung von vollbeschäftigten Mitarbeitern, 1, 10 Euro für Beschäftigte von bis zu 20 Wochenstunden gutgeschrieben. Zeitarbeitsfirmen, die am Ende des Jah-res nichts in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investiert haben, müssen ihren Anteil am Fonds abtreten. Das überschüssige Geld wird dann jenen Zur Person Dr. Viktoria Tischler Seit fast fünf Jahren ist Dr. Viktoria Tischler Präsidentin des VZa. Seit Anfang Mai 2003 ist die promovierte Betriebswirtin Geschäftsführerin der Landesgeschäftsstelle Oberösterreichs des Hilfswerks mit knapp 500 Beschäftigten und 300 ehrenamtlichen Mitarbeitern. Das Hilfswerk bietet Leistungen im Bereich Gesundheits- und Sozialdienste, in der Kinderbetreuung und im Familienservice an. Z direkt! Z direkt!

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